Hamburg

Jubel wie beim Popkonzert für die Symphoniker

Starkes Begegnungskonzert mit den Musikern vom Felix Mendelssohn Jugendorchester

Hamburg. In Hamburg passiert so einiges, was auf die Entwicklung zu einer echten Musikstadt hoffen lässt. Nicht nur unter dem Dach der Elbphilharmonie. Auch in der guten, alten Laeiszhalle war jetzt zu erleben, wie die Begeisterung für Klassik weit über die Grenzen des traditionellen Publikums hinaus in die Gesellschaft ausstrahlen kann.

Die Symphoniker Hamburg hatten das Felix Mendelssohn Jugendorchester zu einem Begegnungskonzert eingeladen. Seite an Seite saßen die Nachwuchsmusiker da mit den Profis an den Pulten und spielten nicht etwa ein kinderleichtes Repertoire, sondern ein ganz normales, erwachsenes und ziemlich anspruchsvolles Programm. Mit Smetanas Moldau, dem fünften Violinkonzert von Mozart und der vierten Brahms-Sinfonie. Mit so einem Pensum, mit dem Auftritt in einem renommierten Saal und nicht zuletzt mit der vorab investierten Probenzeit demonstrieren die Symphoniker Hamburg, dass sie die jungen Kollegen herausfordern und ernst nehmen. Und das zahlt sich aus.

Unter Leitung von Eivind Gullberg Jensen erreichte der aus Profis und jungen Menschen zwischen zehn und 27 Jahren gemischte Klangkörper ein hohes Niveau, das sich immer mehr steigerte. Über die zu Beginn noch etwas verhalten plätschernden Wellen in der Moldau und das Mozart-Konzert mit dem erst am Vortag eingesprungenen Solisten Anton Barachovsky bis zur Brahms-Sinfonie, die Gullberg Jensen besonders intensiv geprobt hatte.

Dort wuchsen die Musiker zu einer Einheit zusammen und erkundeten den harmonischen Reichtum, die herrlichen Instrumentalfarben und dichten Spannungsbögen des Stücks mit leuchtender Intensität. Auch wenn nicht alles perfekt klappte: Eine beglückende Erfahrung, nicht nur wegen des künstlerischen Resultats. Sondern weil zu spüren war, wie sich die jungen Interpreten von den Symphonikern über ihre Grenzen tragen ließen. Und weil sie den Reichtum der Musik für ein sehr diverses Publikum offenbarten. Wie das Orchester bildeten auch die popkonzertreif jubelnden Besucher jene altersmäßige und ethnische Bandbreite ab, die eine Stadt wie Hamburg auszeichnet. So soll es sein.