Hamburg

WDR einigt sich außergerichtlich mit Gebhard Henke

Der Fernsehspielchef, dem der Sender gekündigt hatte, soll Frauen sexuell belästigt haben

Hamburg. Der WDR hat sich im Konflikt mit seinem bisherigen Fernsehspielchef Gebhard Henke, der bislang auch „Tatort“-Koordinator der ARD war, außergerichtlich geeinigt. Der Sender hatte ihm Mitte Juni fristlos gekündigt. Grund für die Kündigung waren Vorwürfe sexueller Belästigung. So hatte die Autorin und Moderatorin Charlotte Roche dem „Spiegel“ gesagt, Henke habe ihr 2013 gegen ihren Willen seine Hand „fest mitten auf den Po“ gelegt. Die Hamburger Schauspielerin Nina Petri berichtete, er würde sie stets mit anzüglichen Sprüchen begrüßen („Boah, hast du wieder hohe Schuhe an“). Insgesamt liegen dem Sender Schilderungen von mehr als zehn Frauen vor, die der Fernsehspielchef belästigt haben soll.

Henke hat dies stets bestritten. Er ging gerichtlich gegen die Kündigung vor. Nach der außergerichtlichen Einigung fiel ein für diesen Montag angesetzter Termin vor dem Kölner Arbeitsgericht aus. In einer gemeinsamen Erklärung von Sender und Fernsehspielchef heißt es: „Nachdem das Vertrauensverhältnis zwischen dem WDR und Prof. Henke nicht mehr herzustellen ist, haben die Parteien entschieden, die Zusammenarbeit zu beenden.“

Mehrere Fälle bei dem Sender

Über den weiteren Inhalt ihrer Vereinbarung haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. In Senderkreisen glaubt man, dass Henke Ansprüche aus Leistungen aus seinem laufenden Vertrag geltend machen kann. Der WDR könne den wichtigen Posten des Fernsehspielchefs sofort wieder besetzen.

Der Sender wurde seit April von mehreren Fällen mutmaßlicher sexueller Belästigung erschüttert. Noch vor Henke trennte er sich deshalb von einem ehemaligen Auslandskorrespondenten.