Kultur

Schnaps, das war sein bestes Wort?

Selbstversuche haben mitunter etwas sehr Frustrierendes. Dieser hier zum Beispiel: in Venedig gewesen, einen monströs überteuerten Bellini in Harry’s Bar ­bestellt, in der Hoffnung, danach wie ­der frühere Stammgast ­Ernest Hemingway nur noch Weltbestseller zu schreiben, mindestens einen Literaturnobelpreis zu ­bekommen und mit dem ­Lächeln einer graubärtigen Sphinx den Rest der Welt zu ­ignorieren. Puste­kuchen. Nix passiert.

Nächste Etappe zum Weltruhm: ­Harald Juhnkes Kreativitäts­rezept. Bei dessen Definition von Glück – „keine Termine und leicht einen sitzen“ – war „leicht“ immer sehr relativ. Aber auch das hat, zumindest in meinem Fall, noch nie ­geholfen. Schon nach geringsten ­Alkoholmengen fällt der Kopf auf den Tisch und bleibt dort, bis ihn jemand ­anderes abräumt. Das Schöntrinken von Kulturprodukten aller Art, erst recht der eigenen, klappt also auch nicht.

Ein Einzelschicksal, offenbar. Denn ein Psychologieprofessor der Mississippi State University hat nun herausgefunden, dass ab einem gewissen Blutalkoholpegel die Kreativität bei Wortspielen mitsteigen soll. Mag ja sein, bis zu einer gewissen Menge, doch wenn man das weder mag noch verträgt, hilft selbst diese Erkenntnis nichts. Dann bleibt nur Karl Valentins ausnüchternde Wahrheit: Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.