Hamburg

Schüler lesen sich hoch bis auf Elbphilharmonie

Projekt Büchertürme: Diesmal war das Konzerthaus das Ziel

Hamburg.  Für die Kinderbuchautorin Ursel Scheffler war das Abschlussfest am Donnerstagvormittag in der Elbphilharmonie mit rund 1200 Jungen und Mädchen die Krönung ihrer bisherigen Büchertürme-Aktion. Es ist der zehnte Hamburger „Turm“, den sich Grundschüler aus 50 Klassen erlesen haben. „Wir hatten eine riesige Resonanz, viele Kinder wollten in die Elbphilharmonie und haben deswegen eifrig Bücher gelesen. Es ist schön, dass sicher etliche nun vor ihren Eltern dieses neue Wahrzeichen besuchen und erleben können, wie schön hier die Musik klingt“, sagte Projekt-Initiatorin Scheffler.

Das musikalische Rahmenprogramm gestalteten das Orchester der Sophie-Barat-Schule sowie junge Instrumentalsolisten des Kulturforum21 der katholischen Schulen in Hamburg. Mit dabei waren diesmal auch Kultursenator Carsten Brosda, der den Kindern riet, „nie, nie aufzuhören zu lesen“, und natürlich der Schirmherr der Aktion, Elbphilharmonie-Intendant Christoph Lieben-Seutter, der die Schirmherrschaft an Thomas W. Kraupe, Direktor des Planetariums Hamburg, übergeben hat.

Seit 2011 gibt es das von Ursel Scheffler initiierte Leseförderprogramm, das vom Abendblatt-Verein „Kinder helfen Kindern“ unterstützt wird. Jungen und Mädchen lesen dabei in einem Jahr so viele Bücher, dass der gemeinsame Bücherstapel die Spitze eines lokalen Turms oder Gebäudes erreicht. Zuvor wurden unter anderem der Michel-Turm, St. Jacobi, das Rathaus, die Minarette der Blauen Moschee und zuletzt die Mariendom-Türme von Schülern „erlesen“. Gezählt wird dabei die Breite der Bücherrücken – also rund ein Zentimeter pro Werk.

Zur Abschlussveranstaltung in die Elbphilharmonie durften nun alle Monatssieger kommen – also Klassen, die die meisten Bücher im jeweiligen Monat gelesen haben. Insgesamt haben alle Grundschüler diesmal 13.000 Bücher verschlungen. „Die Elbphilharmonie ist 110 Meter hoch, damit sind die Kinder weit über das Ziel hinausgeschossen“, freute sich Ursel Scheffler, deren Bücher unter anderem vom „Kommissar Kugelblitz“ zu den Bestsellern in der Kinderliteratur zählen. Ihr Projekt Büchertürme hat die engagierte Autorin inzwischen schon in andere Städte wie Rostock, Greifswald, Rendsburg, Berlin und Stralsund weitergetragen, auch dort erlesen Schüler lokale Türme und Wahrzeichen.

Die nächste Etappe wird leichter für die kleinen Leseratten – der Turm des Planetariums ist nur 64,5 Meter hoch. Deswegen hat der neue Schirmherr, Planetariumsdirektor Thomas Kraupe, ein ehrgeiziges Ziel ausgerufen: „Am besten lest ihr euch nun zu den Sternen und zum Mond hinauf. Das feiern wir dann in unserem Haus im nächsten Jahr.“