Berlin

Beauftragter für Antisemitismus lobt Echo-Ende

Berlin. Der designierte Antisemitismusbeauftragte Felix Klein ist froh über die Konsequenzen aus dem Skandal um den Echo-Musikpreis. „Der Fall der beiden Rapper und die darauf folgenden Reaktionen haben gezeigt, dass die grundlegenden Reflexe unserer Gesellschaft funktionieren“, sagte Klein am Donnerstag in Berlin. „Hier ist eine rote Linie überschritten worden. Dass Künstler und die Verleiher des Echo jetzt Konsequenzen gezogen haben, zeigt, dass Veränderung möglich ist.“

Am Mittwoch hatte der Bundesverband Musikindustrie bekannt gegeben, dass der Echo abgeschafft und dafür ein neuer Musikpreis geschaffen werde. Der Verband reagierte damit auf die Empörung über die Preisvergabe an das als antisemitisch kritisierte Rap-Album „Jung, Brutal, Gutaussehend 3“ des Rapper-Duos Kollegah und Farid Bang. Darin kommen Textzeilen vor wie „Mein Körper definierter als von Auschwitz­insassen“ und „Mache wieder mal ’nen Holocaust“. Etliche Künstler gaben nach der Gala ihre Echos zurück.

Offiziell tritt Felix Klein sein im Innenministerium angesiedeltes Amt am 2. Mai an. Zuletzt war er Sonderbeauftragter des Auswärtigen Amtes für Beziehungen zu jüdischen Organisationen und Antisemitismusfragen.