Kultur

Das Buch

Hier und da ist Max Scharniggs empfehlenswerter neuer Roman auch kulinarisch, aber es geht, wie in dem Kapitel auf dieser Seite, tatsächlich auch um die Dinge, die einem Menschen mittleren Alters auf dem Magen liegen.

„Der restliche Sommer“ (Hoffmann und Campe, 20 Euro) ist ein Roman, der von seinem Figurenensemble lebt und von Scharniggs Erzählstil, der die Lust an gediegener Sprache mit dem unbefangenen Ton der Deutsch-Gegenwart mischt. Scharnigg lesen bereitet Freude, seine Texte schnurren dahin.

„Die Besteigung der Eiger-Nordwand unter einer Treppe“ war der Name seines ersten Romans, der von einem Eskapismus der ziemlich besonderen Art handelte – und Paprikahähnchen, sehr leckeren Paprikahähnchen. Das Buch manifestierte des Autors Freude auf ausgefallene Titel. So soft gelang ihm die Titelei danach nicht mehr, obwohl „Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau“ auch nicht schlecht war.

Zu Hamburg hat der Münchner insofern eine besondere Beziehung, als er der 2011er-Preisträger des Mara-Cassens-Preises ist. Die Auszeichnung, die jährlich an den Verfasser eines Debütromans geht, erhielt Scharnigg für „Die Besteigung der Eiger-Nordwand unter einer Treppe“ – eine der besten Entscheidungen der Jury in den vergangenen Jahren.