Kultur

Ein Hase kommt selten allein

Eine Kinderbuch-Empfehlung von Joachim Mischke

Mike Pence, der erzkonservative ­Vizepräsident der USA, bringt gern seinen Hasen ins Büro mit, der Marlon Bundo heißt. Der Hase hat einen eigenen ­Instagram-Account und hört auch auf das Kürzel „BOTUS“, für „Bunny of the United States“. Die Tochter des US-Vizepräsidenten hat ein Kinderbuch über diesen Hasen geschrieben. Die Frau des ­Vizepräsidenten hat dieses Kinderbuch bebildert. Dieses Kinderbuch, kurz vor Ostern veröffentlicht, hat es jetzt in den USA auf die Amazon-Bestsellerliste ­geschafft. Aber nicht auf Platz eins.

Bis hierhin ist alles komplett wahr und kein bisschen ironisch gemeint. Seit Michael Wolffs Enthüllungsbuch „Fire And Fury“ wundert einen eh nichts mehr, was mit Donald Trump zu tun hat. Weil das so ist, hat sich der Late-Night-Moderator John Oliver einen Weg ausgedacht, um Pence und seine Fans zu ärgern: ein eigenes Kinderbuch über einen Hasen namens Marlon Bundo. Doch Olivers Hase ist schwul, und er heiratet Wesley, einen anderen Hasen. Pence ist erklärter Gegner von gleichgeschlechtlichen Ehen und eher kein Gegner von Therapien, durch die Homosexuellen das Schwulsein wegtherapiert werden soll. Die Erlöse von Olivers Hasen-Bilderbuch gehen auch an „The Trevor Project“, eine Seelsorge-Hotline für junge LGBTQ-Menschen. Und Olivers Hase hat Pences Hasen bei Amazon überholt.