Karlsruhe

Günther Jauch unterliegt im Streit um Gegendarstellung

Karlsruhe. Eine inhaltlich offen formulierte Frage auf dem Titelblatt einer Zeitschrift löst keinen Gegendarstellungsanspruch aus. Das entschied das Bundesverfassungsgericht in einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss (Az.: 1 BvR 442/15) und gab damit dem Klambt-Verlag recht. Das Unternehmen hatte sich dagegen gewehrt, dass der Fernsehmoderator Günther Jauch eine Gegendarstellung in der von Klambt verlegten Zeitschrift „Woche der Frau“ durchgesetzt hatte.

Die Zeitschrift titelte 2012 „Sterbedrama um seinen besten Freund – Hätte er ihn damals retten können?“. Dagegen wehrte sich Jauch; das Oberlandesgericht Zweibrücken gab ihm letztinstanzlich recht. Der Verlag druckte die Gegendarstellung ab, sollte auch die Kosten für das Verfahren tragen und legte Beschwerde vor dem Verfassungsgericht ein. Die Richter entschieden, die im Titel formulierte Frage sei keine Tatsachenbehauptung gewesen. Die Zeitschrift wurde zu Unrecht zur Gegendarstellung verpflichtet.