Kultur

Die „Bild“ wird teurer

Das Blatt kostet von Montag an 1 Euro. Und: Rätselraten um den „Handelsblatt“-Etat

Von Montag an nimmt die „Bild“-Zeitung einen Preis ins Visier, der bisher als Schallmauer galt: Die Ausgaben in Hamburg, Hannover, Frankfurt am Main, Stuttgart und Köln-Aachen werden dann statt 90 Cent genau einen Euro kosten. In Leipzig steigt der Preis von 75 auf 80 Cent. Eine bundesweite Preiserhöhung gibt es bei der „Bild am Sonntag“. Sie ist ab dem 4. März für 2,10 Euro statt wie bisher für 1,95 Euro zu haben.

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Axel Gerstberger ist Hausmeister bei der Nachrichtenagentur dpa. Mit journalistischer Arbeit hat der 52-Jährige eigentlich nichts zu tun. Eigentlich, denn die stellvertretende dpa-Chefredakteurin Antje Homburger schwört auf den „Gerstberger-Faktor“, wie sie am Montag auf einer Konferenz für Chefredakteure verschiedener Medien sagte: Der Begriff ist bei dpa seit einem Jahr zum geflügelten Wort für normale, geerdete Fragen geworden. Damals besuchte Alexander Dobrindt die Redaktion. Nur Gerstberger kam auf die Idee, ihm eine einfache Frage zur Autobahn-Maut zu stellen. Glücklich die Redaktion, die einen solchen Hausmeister hat.

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Vor drei Wochen gab die Handelsblatt Media Group die Trennung von ihrem Geschäftsführer Gabor Steingart bekannt. Er hatte sich stets schützend vor die Redaktion des „Handelsblattes“ gestellt und sie vor Einsparungen verschont. Manch einer fürchtet, dass nun härtere Zeiten anbrechen. Und tatsächlich heißt es in Verlagskreisen, der Redaktionsetat für 2018 würde um etwa eine Million Euro gekürzt. Demnach will man die Kürzung dadurch auffangen, dass frei werdende Stellen nicht neu besetzt werden. Wie mehrere Quellen übereinstimmend berichten, sei das Budget des „Handelsblattes“ trotz dieser Maßnahme nominell höher als im Vorjahr. Das liege aber daran, dass der Etat des englischsprachigen Ablegers „Handelsblatt Global“ nun mit dem Budget des deutschsprachigen Mutterblatts zusammengelegt worden sei.

Die Verlagsgruppe bestätigt, „dass die Redaktionen von ‚Handelsblatt‘ und ‚Handelsblatt Global‘ stärker zusammengeführt werden sollen“. Zu Stellenstreichungen werde dieser Schritt nicht führen. Das Budget des „Handelsblattes“ sei „höher als jemals zuvor“. Die Frage, ob der Etat des deutschsprachigen „Handelsblattes“ ohne Berücksichtigung der Mittel für „Handelsblatt Global“ im Vergleich zum Vorjahr tatsächlich um eine Million Euro gekürzt worden ist, will die Gruppe nicht beantworten. Eine Verlagssprecherin teilt mit, dass man „zur genauen Größe, der internen Abgrenzung und Einzelpositionen“ des Etats „grundsätzlich keine Stellung“ nehme. Mit anderen Worten: Die Gruppe mag Etatkürzungen beim deutschsprachigen „Handelsblatt“ weder bestätigen noch dementieren.