Hamburg

„Die Klassik sollte weniger arrogant werden“

Im Körber-Forum ging es um das Thema Musikvermittlung. Auch Carsten Brosda diskutierte

Hamburg. Raus aus dem Elfenbeinturm, rein in die Gesellschaft! So lautete eine dringliche Botschaft an den Kulturbetrieb beim Symposium „The Art of Music Education“, das am Freitag zu Ende ging. Seit 2008 vereint der Kongress auf Initiative der Körber-Stiftung alle zwei Jahre Fachleute aus ganz Europa, um über die Vermittlung und Zukunft der klassischen Musik nachzudenken. Diesmal stand die Frage im Zentrum, wie Konzerthäuser auf die ethnische und soziale Vielfalt der heutigen (Stadt-)Gesellschaft reagieren können.

„Die Klassik sollte weniger arrogant werden. Klassik darf nicht höher gestellt sein als Popularmusik.“, forderte etwa Emmanuel Hondré, Veranstaltungschef der Philharmonie in Paris. Auch Neil Wallace, künstlerischer Leiter an De Doelen in Rotterdam – eine Metropole mit einem Spektrum von allein 114 verschiedenen Sprachen in den Grundschulen – verlangt ein grundlegendes Umdenken. „Bevor wir uns im stillen Kämmerlein tolle Programme ausdenken, müssen wir aus unserem Konzerthaus heraustreten und mit den Gemeinschaften vor Ort in Kontakt treten, die die Realität der Stadt ausmachen. Nur so können wir relevant bleiben.“

Viele dieser Anregungen setzt die Elbphilharmonie – Mitveranstalter des Symposium – schon lange um. Ganz im Sinne von Kultursenator Carsten Brosda (SPD), der in einem starken Grundsatzreferat betonte, dass Integration keine Einbahnstraße ist. „Wir müssen gemeinsam Antworten auf die Frage suchen, was unsere moderne Gesellschaft zusammenhält. Aber nicht, indem wir eine Kultur als unverrückbar auszeichnen, von der die andere geschluckt wird.“

Infos:www.music-education.hamburg