Hamburg

Und sie sangen glücklich bis ans Ende ihrer Tage

Die Märchenoper „Die arabische Prinzessin“ ist ein kurzweiliges Spektakel

Hamburg.  Ein falsches Wort kann ein Leben verändern, und manchmal sind Schäden nicht reparabel. Anders in der Märchenoper „Die arabische Prinzessin“ in der Opera stabile. Das Stück, 2009 in Ramallah uraufgeführt, ist eine gelungene Gemeinschaftsarbeit der Autorin Paula Fünfeck und der Dirigentin Anna-Sophie Brüning – basierend auf der Musik des „spanischen Mozart“ Juan Crisóstomo Arriaga (1806–1826) und arabischen Märchen.

Da hat sich die verwöhnte Prinzessin Amirah (Sopran: Narea Son) unsterblich in den verzaubernd singenden einfachen Fischer Jamil verliebt (Tenor: Sascha Emanuel Kramer). Der wirbelt, inzwischen zum Prinzen mutiert, seine Geliebte vor Verzückung fleißig durch die Luft, worauf Prinzesschen warnt, dass sie keine „Fischplatte“ sei. Wer wird schon gern an seine Herkunft erinnert? Beleidigt schweigt Jamil fortan im „Reich des schillernden Vergessensfürsten“. Doch Amirah setzt alles auf eine Karte, verwettet am Schluss sogar ihren Kopf, um Jamil zurückzugewinnen.

Eingebettet ist das Märchen bei Paula Fünfeck in eine Rahmen- und Parallelhandlung. Kinder um das Mädchen Ali (mit tollem Spielwitz: Marlene Sander) nehmen einem alten Geschichtenerzähler ein Buch weg, und die alte Tante Safah soll dann von der arabischen Prinzessin erzählen, obwohl sie das schon viele Male getan hat. Aber Märchen nisten sich am besten ein, wenn man sie immer wieder erzählt. Und außerdem entpuppen sich die beiden Alten als Paar, das sich vor Jahren wie Amirah und Jamil gestritten hat. Durch das Märchen gibt es auch für sie ein glückliches Ende.

Regisseurin Anja Bötcher-Krietsch und ihre Ausstatterin Aida Guardia haben eine schlichte sandfarbene Papier-Wüstenlandschaft gebaut, mit Nischen und Hügelchen. Die szenische Aktion von Profis und Kindern hat unglaublichen Pep und Drive, das überlappende Spiel in Märchenwelt und Realität ist packend umgesetzt. Das Ensemble mit Musikern aus dem Philharmonischen Staatsorchester und aus Studenten wurde von Wolf Tobias Maximilian Müller spritzig und sensibel geleitet. Ein kurzweiliges intelligentes Opernspektakel, eine der besten Produktionen der „opera piccola“ der letzten Jahre.

„Die arabische Prinzessin“ nächste Termine: 13./14./16./17.2., Opera stabile, Karten unter
T. 35 68 68; www.staatsoper-hamburg.de