Kultur

Von Kosten zu Nutzen

Ja, die Elbphilharmonie hat Hamburg das Mehrfache von dem gekostet, was ­anfangs geplant war. Die dabei ­gemachten Fehler füllten Aktenberge, fast so hoch wie die Westfassade. Die Elbphilharmonie wird weiter Kosten für die Stadt verursachen, einzelne Posten dieser extrem komplexen Abrechnung muss man kritisch im Auge behalten. Und gleichzeitig und trotzdem wird sie enorme Einnahmen generieren. Wenn nun der hiesige Bund der Steuerzahler als Gratulation zum ersten Jahrestag der Eröffnung ­moniert, dass das neue Konzerthaus bei seiner ersten Saison-Bilanz nur dank städtischer ­Zuschüsse von ­roten Zahlen verschont geblieben ist und dass das „nicht die ganz große Kunst“ sei, hat man dort etwas Grundsätzliches nicht vollumfänglich verstanden. Oder möchte es womöglich nicht ganz durchdenken. Denn: Genau dafür sind ­Zuschüsse für Kulturbetriebe hierzulande da. Immer schon, immer wieder.

Jede Spielzeit ohne Subventionen zum Ausgleich auch von Betriebs- und Personalkosten wäre für Schauspielhaus, Staatsoper, Thalia, Kunsthalle et cetera pp. die letzte. Nichts ist in der Kulturproduktion teurer als die Menschen, die sie hauptberuflich für ­andere Menschen produzieren. Für uns alle. So ist unser System, so ist der Konsens. Klar kann man das doof finden. Doch dabei sollte man Äpfel von Birnen getrennt halten.