Hamburg

Neue Bühne in Eppendorf

Das Salontheater zeigt ab Anfang März Zwei-Personen-Stücke zu philosophischen Themen

Hamburg.  Das Bett passt nicht so ganz in den Salon. An den Wänden hängen großformatige Bilder und zwei Geigen, der Raum ist vollgestellt mit ausladenden Sesseln, zwei Sofas, und ein Bechstein-Flügel nimmt viel Raum ein. Auch der Degen auf dem Schreibtisch mutet etwas seltsam an. Doch Bett und Degen haben eine Funktion. Sie sind Requisiten in einem Spiel, der Raum ist zugleich Bühne, gespielt wird zwischen den Zuschauern.

Im ehemaligen Kleinkunsttheater Kabarett Mon Marthe an der Tarpenbekstraße wird im März das Salontheater Eppendorf eröffnet. Bislang diente der große Salon dem Fotografen Frank Nikisch als Atelier, jetzt hat er mit dem Theatermacher, Dokumentarfilmer und studierten Philosophen Josh Goldberg die kleine Privatbühne gegründet, die nach den Worten von Goldberg ein „einzigartiges Juwel“ in der Hamburger Theaterlandschaft werden soll.

Seit vier Jahren betreibt Goldberg sein Theater, bisher an unterschiedlichen Orten in Deutschland. In Hamburg hat er nun dank der Hilfe von Nikisch einen „Heimathafen“ gefunden, wie er sagt. Auf dem Programm stehen Zwei-Personen-Stücke, in denen das Bett ein wichtiger Spielort ist. Goldberg plant einen fünfteiligen Zyklus mit dem Obertitel „Mann und Frau im Schlafgemach“. Bei einer Vorstellung des Programms, das regulär am 1. März starten soll, zeigten Larissa Keat und Thomas Lindhout jeweils 20-minütige Ausschnitte aus zwei Stücken, die zum Repertoire des Salontheaters gehören werden.

„Kristina und Descartes“ handelt von der Romanze zwischen dem Philosophen und der schwedischen Königin. Goldberg möchte in den von ihm geschriebenen Stücken philosophische Theorien anschaulich und unterhaltsam vermitteln. „Philosophische Vorkenntnisse braucht jedoch niemand“, sagt er. Der zweite Teaser stammt aus einem Stück, das „Darwin’s Slipslop“ heißt. Darin wird die Entwicklung der Evolutionstheorie sehr amüsant und komödiantisch von Charles und Emma Darwin dargestellt.

„Darwin’s Slipslop“ feiert am 1. März Premiere, „Kristina und Descartes“ folgt am 3. März. Gespielt werden soll jeweils donnerstags und freitags, was in der Eröffnungswoche allerdings gleich nicht klappt, weil einer der Schauspieler bereits ein anderes Engagement hat. Goldberg und Nikisch möchten ihren Salon auch für Lesungen und Konzerte öffnen, so Goldberg: „Alles, was in den Raum passt.“

SalontheaterEppendorf Tarpenbekstr. 65,
T. 490 57 97; www.kristina-und-descartes.de