Hamburg

Bierkisten als Bühne, Selbstgebackenes für die Fans

Hamburger Künstler Wolfgang Kluge, Gastgeber bei Musik in den Häusern der Stadt 2017“. Credit: Kluge

Hamburger Künstler Wolfgang Kluge, Gastgeber bei Musik in den Häusern der Stadt 2017“. Credit: Kluge

Foto: Kluge

Der Wilhelmsburger Künstler Wolfgang Kluge übernimmt beim Festival „Musik in den Häusern der Stadt“ eine einmalige Gastgeber-Aufgabe.

Hamburg.  Das Festival Musik in den Häusern der Stadt hat ein besonderes Merkmal: Die Konzerte finden in einem intimen Rahmen statt. In historischen Gebäuden oder Ateliers, in Büros oder in Privathäusern laden passionierte Kulturfreunde und musikbegeisterte Gastgeber zu etlichen Veranstaltungen – bürgerschaftliches Engagement, das finanzielle Mühen nicht scheut. Mit Tango, Pop oder Klassik ist das Programm auch in diesem Jahr breit aufgestellt.

Die Beliebtheit des 2008 erstmals stattgefundenen Festivals zeigt sich im vehementen Publikumsinteresse: Auch das Konzert des Berliner Soulsängers Marvin Brooks am Sonnabend ist längst ausverkauft. Es findet im Atelier des Wilhelmsburger Künstlers Wolfgang Kluge in der alten Palmin-Fabrik statt. Das Abendblatt sprach mit dem Konzertveranstalter für einen Abend.

Haben Sie Ihr Atelier schon auf- bzw. ausgeräumt?

Wolfgang Kluge: Das Atelier auf- bzw. ausräumen – nur ein bisschen. Es soll ziemlich authentisch bleiben. Was ich allerdings mache: Ich baue eine kleine Bühne für Marvin auf, basierend auf Bierkisten mit alten Türblättern oben drauf.

Wie viele Menschen passen denn eigentlich in Ihr Atelier ?

Locker 100 Leute.

Haben Sie den Künstler selbst ausgesucht – oder wie läuft das ab bei ,Musik in den Häusern der Stadt’?

Den Künstler Marvin Brooks habe ich selbst ausgesucht, nachdem mir die Festivalorganisatorin Maike Schäfer mehrere Künstler zur Auswahl gestellt hatte.

Und welche Vorbereitungen müssen Sie vor dem Konzertabend treffen?

Die Vorbereitungen für den Konzertabend bestehen darin, zunächst für die Getränke zu sorgen. Das ist seeeeeeehr wichtig. Darüber hinaus habe ich bei einem Caterer Fingerfood bestellt, und meine Frau backt Cantuccini. Dann muss ich für die richtige Beleuchtung sorgen und, wie gesagt, eine kleine Bühne aufbauen. Und – nicht zu vergessen – einige Ehrengäste einladen.

Was finden Sie am Konzept von „Musik in den Häusern der Stadt“ interessant? ­Warum machen Sie mit?

Das Konzept spricht mich sehr an, weil es im Wesentlichen um Kulturförderung geht. Das heißt darum, den Musikern eine zusätzliche Plattform zu geben. ­Darüber hinaus ist diese Veranstaltungsreihe für die Zuschauer und ­Musikfans natürlich interessant, weil sie eine vielfältige Einsicht bekommen in die verschiedenen, meist auch privaten Veranstaltungsorte. Ich mache als Gastgeber mit, weil ich Kultur für eine ­Gesellschaft als enorm wichtig empfinde: Rein rationales Handeln führt auf Dauer zum Pessimismus.

Wenn Sie es sich aussuchen könnten - in welchem „Haus“ außer dem Ihren würden Sie denn gerne einmal ein Konzert veranstalten?

Weitere Konzerte zu veranstalten kommt für mich erst mal nicht in ­Betracht. Es sei denn, der Wilhelmsburger Energiebunker würde mir dafür zur Verfügung gestellt.

Und was ist Ihr Backstage-Trick, um das Konzert für Marvin Brooks unvergesslich zu machen?

Marvin mit einem Backstage-Trick zu überraschen wird sicherlich nicht so einfach sein. Mal sehen, vielleicht ergibt sich spontan etwas. Ein ausländischer Maler und Musiker ist gerade zu Gast bei mir im Atelier. Wenn es passt, ­machen die beiden nach dem Konzert eventuell noch was zusammen. Das würde mich dann selbst auch überraschen.

Das Festival Musik in den Häusern der Stadt läuft noch bis zum 12.11. Infos gibt es unter www.kunstsalon.de – und für einige wenige Konzert-Veranstaltungen sind auch noch Karten erhältlich.