Hamburg

Musik-Comedian Scheibe ist „die SPD der Liebe“

Hamburg.  Was Trennungen nicht alles auslösen können: Mitte der 90er hatte Jan-Christof Scheibe, Popmusiker, Produzent und Komponist, sein (Dienst-)Verhältnis mit Entertainerin Sissi Perlinger beendet. Nach zehn Jahren wusste er, wie Comedy geht. In seinem Solodebüt „Zu viel Sex ist gar nicht gesund“ verarbeitete er humorvoll eine gescheiterte Beziehung; es wurde über 20 Jahre ein Publikumsrenner im Imperial Theater, übrigens ein Ex-Pornokino.

Dieser Scheibe jedoch ist nicht nur ein Steher, er ist potenter und vielseitiger denn je, wie die dort gefeierte Premiere seines neuen Programms „Zu viel Sex ist gar nicht gesund reloaded“ zeigte. Als Brasilianer mit Perücke zündete er mit der Samba „Deutsche Fraun“ bei der Zugabe noch mal ein Feuerwerk. Begleitet von Emre Akca (Schlagzeug) und Gitarrist Andreas Dopp haut Scheibe 13 neue Songs raus, lässt seine Kollegen bei „Idioten der Liebe“ mit Brett vor dem Kopf auftreten und zeigt beim Check seiner Erotik-Wunschliste auch mit 54 Jahren Selbstironie: „Ich bin bei Frauen so erfolglos – ich bin die SPD der Liebe.“

Dazu gesellen sich seine Figuren Dr. Scheibe, ein Sex-Ratgeber, die Rapper-Karikatur Habibi Flash und die „Maite mit der Oberweite“, eine brustoperierte Blondine mit YouTube-Channel, persi­fliert in jenem Popsong. Fein beobachtet und gespielt. Am stärksten bleibt Scheibe, wenn er spontan mit dem Publikum agiert. Beim Song zum Thema „Wie kriege ich eine Frau ins Bett“ erhält er nach drei Minuten die erhoffte Standing Ovation, und bei „Treu zu sein“ animiert er Damen und Herren zum Mitsingen. Auch das macht Scheibe zu Hamburgs Musik-Comedian Nummer eins.

„Zu viel Sex ist gar nicht gesund reloaded“ Di 10./Mi 11.10., dann bis 19.2., jeweils Mo., 20.00, Imperial, Karten zu 20,-: T. 31 31 14