Stuttgart

Verleger beklagen staatlichen Eingriff in Journalismus

Stuttgart. Die deutschen Zeitungsverleger haben auf ihrem Jahreskongress in Stuttgart einen "staatlichen Eingriff in den freien Lokal- und Regionaljournalismus" beklagt. Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Mathias Döpfner, kritisierte, dass etwa mit Steuermitteln Amtsblätter finanziert würden, die lokalen und regionalen Zeitungen inhaltlich Konkurrenz machen. Der BDZV wolle dagegen ebenso vorgehen wie gegen städtische Online-Angebote und die News-Apps einiger Stadtwerke, die publizistische Angebote aufgebaut hätten.

Bei dem Kongress beklagte Döpfner am Montag zudem, dass auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk der Presse Konkurrenz mache. Es gebe im Internet weiter "eine mit öffentlich-rechtlichen Geldern finanzierte Flut textbasierter Gratis-Angebote, nichts anderes als eine gebührenfinanzierte digitale Staatspresse", so Döpfner. Dies verzerre den Wettbewerb und lasse den Verlagen kaum Entfaltungsmöglichkeiten.

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