Hamburg

Megakonzert der Rolling Stones fordert erstes "Bauernopfer"

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Mick Jagger und die Rolling Stones fegen am 9. September über die Bühne im Hamburger Stadtpark

Mick Jagger und die Rolling Stones fegen am 9. September über die Bühne im Hamburger Stadtpark

Foto: Picture Alliance

Weil Mick Jagger & Co. im Stadtpark richtig groß auffahren, wird ein schon ausverkaufter Parallel-Gig auf der Freilichtbühne verlegt.

Hamburg. Die Vorfreude auf den Auftritt der Rolling Stones ist bei den Fans gewaltig, bei anderen Hamburgern wiederum ist sie dagegen nicht ungeteilt. Geradezu Ärger aufkommen dürfte nun bei Anhängern der Band Freundeskreis ("A-N-N-A"). Denn durch das Megakonzert von Mick Jagger & Co. werden die Stuttgarter Musiker um Frontmann Max Herre aus dem Stadtpark vertrieben.

Eigentlich hätten Freundeskreis im Rahmen ihres 20-jährigen Bestehens am 9. September und damit am gleichen Abend wie die Stones auftreten sollen. Während die britischen Rock-Oldies die Festwiese zwischen Otto-Wels-Straße und Stadtparksee für rund 80.000 Zuhörer bespielen sollen, war das Konzert der deutschen Soul-Kombo für die periphere Freilichtbühne vorgesehen – dem regulären Spielort der Sommerkonzerte.

Veranstalter bittet Band um Entschuldigung

Der Vorverkauf für Freundeskreis lief so gut, dass der Gig schnell ausverkauft war und ein Zusatzkonzert angesetzt wurde. Die böse Vorahnung allerdings, die einige Freundeskreis-Fans bereits in den sozialen Netzwerken kundtaten, wird jetzt Realität: Der Haupttermin kann wegen der Rolling Stones aber nicht mehr gehalten werden.

Weil die Rolling Stones im September im Stadtpark vor 80.000 Zuhörern spielen wollen, muss ein Konzert der Band Freundeskreis verschoben werden – halten Sie das für zumutbar?

Es wurden bisher 3640 Stimmen abgegeben.

Stattdessen verlegt der Veranstalter den Freundeskreis-Abend von Sonnabend auf den darauffolgenden Donnerstag, den 14. September. "Dafür bittet der Veranstalter die Band und ihre Fans um Entschuldigung", teilte FSK Scorpio am Donnerstag mit. Karteninhaber, die am Ausweichtermin keine Zeit haben, können ihre Karten an den Vorverkaufsstellen zurückgeben.

Pro und Kontra: Sollen die Rollings Stones im Stadtpark spielen?

Als Grund führte der Ausrichter die großen Besucherströme bei den Rolling Stones an, durch die mit erheblichen Beeinträchtigungen bei der An- und Abreise zu rechnen sei. "Die Soundanlage der Rolling Stones würde außerdem in das Freundeskreis Konzert einstrahlen, so dass ein ungestörtes musikalisches Erlebnis nicht garantiert werden kann", heißt es bei Scorpio.

Bedeutet für Freundeskreis: Statt vier Tagen Pause zwischen dem zweiten Konzert in Hamburg und dem nächsten Auftritt in Dresden am 15. September muss die Band nun direkt nach Sachsen weiterreisen. Wie die schwäbischen Musiker, die auf ihrer Tour von Max Herres Frau Joy Denalane begleitet werden, die nun klaffende "Konzertlücke" in Hamburg füllen, ist nicht bekannt.

Zwei Wochen inklusive Auf- und Abbau

Erst am Dienstag waren die Stationen der diesjährigen Rolling-Stones-Tournee "No Filter" bestätigt worden, die das legendäre Rockquartett in insgesamt zwölf europäische Städte führt. Auftakt ist im Hamburger Stadtpark auf der Festwiese, wo zuletzt 1989 Pink Floyd open air auftraten.

Für die Stones werden allein zwölf Tribünen mit insgesamt 26.000 Sitzplätzen aufgebaut, fast 50.000 Quadratmeter Rasenfläche müssen geschützt werden. Im direkten Bühnenbereich kommen dafür spezielle Rasenschutzsysteme zum Einsatz, Einfriedungen sollen auch angrenzende Bereiche schützen.

Der Aufbau beginnt voraussichtlich am 1. September, der Abbau könnte erst am 14. September abgeschlossen sein – an dem Tag, der für Freundeskreis nun unfreiwillig zum neuen Termin auf der Freilichtbühne wird.

( jdr )