Neues Buch

Hannelore Hoger will nicht mit Bella Block „ins Grab“

Hannelore Hoger
auf der ZDF-Pressekonferenz
zu
20 Jahren
„Bella Block“
2014 in Hamburg

Hannelore Hoger auf der ZDF-Pressekonferenz zu 20 Jahren „Bella Block“ 2014 in Hamburg

Foto: picture alliance / dpa

Die beliebte Schauspielerin hat ihre Erinnerungen kurz vor ihrem 75. Geburtstag veröffentlicht.

Hamburg.  „Ich war immer die Kleinste“, schreibt Hannelore Hoger über sich selbst. Und doch ist sie eine große Schauspielerin geworden. Aus Anlass ihres 75. Geburtstags, den sie in diesem Jahr am 20. August feiert, ist jetzt ein Erinnerungsbuch erschienen. „Ohne Liebe trauern die Sterne. Bilder aus meinem Leben“ heißt es.

Viele kennen die Schauspielerin Hannelore Hoger als Polizistin Bella Block, eine Figur, die ursprünglich auf Romane der Hamburger Autorin Doris Gercke zurückgeht. Seit 1994 ermittelt Hoger in dieser Rolle, die Dreharbeiten für die 38. und zugleich letzte Folge sind vor wenigen Tagen zu Ende gegangen.

Mittelpunkt war die Mutter

Ihr Vater Leo Hoger war 40 Jahre lang Inspizient und Schauspieler beim Ohnsorg-Theater, erfährt man. Der Mittelpunkt der Familie sei aber ihre Mutter Johanna gewesen, die aus Himmelpforten bei Stade kam und eine gelernte Schneiderin war. „Sie war der wärmende Kachelofen. Meine Mutter liebte ihre Kinder und kämpfte für sie, wenn nötig, wie eine Löwin. Ich vermisse sie“, ruft sie ihr hinterher.

Hoger erzählt vom Aufwachsen im zerbombten Hamburg nach Kriegsende. „Wir bekamen Schulspeise im Blechgeschirr und Carepakete aus Amerika.“ Mit dem Mann, der ihr den ersten Kuss gab, als sie 17 Jahre alt war, geht sie auch heute noch Kaffee trinken. Sonst fährt sie gern nach Wedel, um auf dem Deich spazieren zu gehen.

„Ich bin ein bisschen zu kriegerisch“

Im Interview mit ihrem ehemaligen Partner, dem Regisseur Alexander Kluge, mit dem sie 1968 den preisgekrönten Film „Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos“ drehte, gibt sie etwas von ihrem Temperament preis. „Ich kann meine Emotionen nicht halten. Ich gelte ja als aggressiv, was ich sicher bin. Ich bin ein bisschen zu kriegerisch, zu schnell.“

Und offenbar ist sie treu, wenn auch nicht nur aus edlen Motiven. „Ich habe nie einen Mann betrogen. Es wäre mir zu anstrengend gewesen. Ich bin von Natur aus träge, konnte mir das aber nie leisten.“ Eine Fundgrube ist das Buch, wenn es um ihren beruflichen Werdegang geht. Ihre erste Rolle spielte sie mit 14 Jahren am Ohnsorg-Theater mit Friedrich Schütter.

Hogers „Bella Block“-Fazit fällt jedoch ziemlich nüchtern aus: „Ich bin mit dieser Rolle alt geworden. Aber ich muss nicht auch noch mit ihr ins Grab fallen.“ Für „Bella Block und das Böse“ gibt es noch keinen Sendetermin.

Hannelore Hoger: „Ohne Liebe trauern die Sterne. Bilder aus meinem Leben“, Rowohlt, 301 Seiten. 19,95 Euro