Kultur

Kicherkoller im Theater

Kleine Kinder lieben Theater, besonders wenn sie zum Mitmachen und Mitsingen aufgefordert werden. Und ich bin früher vor allem deswegen mit meinen Söhnen ins Kindertheater gegangen, weil ich ihre Freude, ihr intensives Miterleben und ihr Lachen bei jedem noch so simplen Witz geliebt habe. Selten habe ich mich auf das Stück vorne konzen­triert, stattdessen nur auf ihre strahlenden Gesichter geschaut.

Inzwischen sind meine Söhne groß, wir waren jahrelang nicht mehr zusammen im Theater, sie weigerten sich standhaft – bis jetzt, als unsere gesamte Familie im Musical „Das Phantom von Opa“ von Christian Berg war, das noch bis zum 20. Mai im St. Pauli-Theater spielt.

Etwas beunruhigt schauten sich meine beiden Teens im Saal um. Das Stück ist empfohlen ab fünf Jahren. „Sind wir nicht zu alt für so was?“, fragte mein 16-Jähriger ärgerlich. Und der ein Jahr jüngere Sohn spielte gelangweilt mit dem Handy – bis das Stück begann und uns in den Bann zog.

Mit „uns“ meine ich vor allem meinen Mann und mich. Denn Bergs Stück ist das verrückteste, witzigste und kreativste, was ich seit Langem auf einer Bühne gesehen habe. Spätestens als er als „König der Möwen“ mit einem schrägen Vogel auf dem Kopf erschien, Petter Bjällö als gute Fee Linda rosa glitzernd umherschwebte und Opas Rollator zum Discogerät wurde, lagen wir vor Lachen fast unter den Sitzen. Wir hatten Tränen in den Augen, und irgendwann schauten unsere Söhne nicht mehr nur nach vorne, sondern auf uns Eltern, weil wir uns so sichtlich amüsierten und kräftig mitsangen. Beim Familienmusical „Das Phantom von Opa“ lohnt sich der Blick auf die Bühne. Der nach links und rechts allerdings auch.