BERLIN/Hamburg

Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr schafft die Wende

Digitalerlöse bringen 2016 nach langer Durststrecke wieder ein Plus beim operativen Gewinn

BERLIN/Hamburg. Der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr hat trotz weiterer Umbaukosten die Wende geschafft. Dank wachsender Digitalerlöse gelang im vergangenen Jahr nach einer mehrjährigen Durststrecke wieder ein Plus beim operativen Gewinn (Ebitda) von 4,6 Prozent auf 137 Millionen Euro. Das teilte Bertelsmann als Eigentümer in Berlin mit. Das Hamburger Verlagshaus („Stern“, „Brigitte“, „Geo“) erzielte einen Umsatz von 1,58 Milliarden Euro und damit nur noch ein Minus von knapp zwei Prozent – nach kräftigen Rückgängen in den Vorjahren vor allem aufgrund von Verkäufen. Die Rendite stieg von 8,1 Prozent auf 8,7 Prozent.

Umsatzverluste durch Verkäufe konnte der Verlag auffangen

Das wachsende Digitalgeschäft besonders in den Kernmärkten Deutschland und Frankreich habe Umsatzverluste durch Verkäufe der Verlagstöchter in Österreich und Spanien wettgemacht, so Bertelsmann. Der Digitalumsatz in beiden Ländern wuchs um insgesamt um 36 Prozent, in Deutschland sogar um 48 Prozent. In Deutschland und Frankreich erzielten die digitalen Aktivitäten nun rund ein Viertel der Gesamtumsätze, hieß es. Dieses Wachstum sei getragen worden von deutlich höheren Werbeumsätzen bei den Markenwebseiten.

Mit mehr als 500 Magazinen und digitalen Angeboten in über 20 Ländern ist Gruner + Jahr einer der größten Zeitschriftenverlage in Europa. Prisma Media, eine G+J-Tochter, ist Marktführer für Print- und Onlinemagazine in Frankreich. Bertelsmann hält seit 2014 alle Anteile an dem Hamburger Verlag. Seitdem hat G+J das Digitalgeschäft massiv ausgebaut, aber auch sein Magazin-Angebot mit neuen Titeln wie „Barbara“ und „Stern Crime“ erweitert.

( HA )