Kultur

Zeit für eine Verschnaufpause

Es reicht. Und zwar schon lange. Als wären der weltweite Terror und die rechtspopulistische Rattenfängerei nicht genug, die dieses Jahr zu einem ganz besonders düsteren gemacht haben, ist auch in Sachen Musik Monat für Monat Trauerflor angesagt. David Bowie, Prince, Roger Cicero, Keith Emerson, Greg Lake, Black, Maurice White, Merle Haggard, Peter Behrens, Alan Vega, Leonard Cohen, Sharon Jones, George Michael, Rick Parfitt – die Liste erscheint endlos. Und oft sind es eben – Bowie, Prince, Cohen – Musiker, die für so viel mehr stehen als nur ein paar gute Songs. Die eine Ära geprägt und uns über Jahrzehnte begleitet haben, die auf gewisse Weise zu Vertrauten geworden sind. Von ihnen Abschied nehmen zu müssen, das fällt schwer.

Und mittlerweile scheint ja auch nichts mehr ausgeschlossen. Als am gestrigen Montag die (Falsch-)Meldung verbreitet wurde, Britney Spears sei bei einem Autounfall ums Leben gekommen, da waren viele auf Twitter und Facebook sofort im Kondolenz-Modus. Hätte ja auch zu diesem Jahr gepasst. Das übrigens noch nicht um ist ...

Nun kann es Unsterblichkeit natürlich auch für Rock- und Popstars nicht geben, aber eine Verschnaufpause täte jetzt wirklich mal gut. Von Bruce Springsteen bis Madonna, von Carlos Santana bis Bob Dylan, von Aretha Franklin bis Stevie Wonder: Wir brauchen sie noch. In Krisenzeiten wie diesen mehr denn je.

Die gute Nachricht: Schlimmer als 2016 kann’s 2017 kaum kommen.