Kultur

Sehenswert: historische Hamburg-Dokus

Hamburg 1 zeigt Filme, die Regisseur Reginald Puhl in den 50er-Jahren drehte

Hamburg vor 60 Jahren – wie war das? Historische Filmrollen sind beliebt, wie schon „Hamburg damals“ in der ARD zeigte. Jetzt hat der Sender Hamburg 1 kleine Schmuckstücke ausgegraben, die der Filmemacher Reginald Puhl in den 1950er-Jahren drehte: „Zwischenstation Hamburg“ (1952), „Die Alster – Perle der Großstadt“ (1953) und „Hamburg – Bericht einer rastlosen Stadt“ (1958) liefen damals als „Kulturfilme“ in den Hamburger Kinos, neben der Wochenschau und dem jeweiligen Hauptfilm. Der heute 85-Jährige sichtete seine Archive und schnitt die drei Filme zu einer einstündigen Dokumentation zusammen, die Hamburg 1 erstmals heute Abend sowie an den Feiertagen zeigt.

Puhl war 1951 Regieassistent bei dem Spielfilmveteran Geza von Cziffra in dessen Tonndorfer Studio und wollte selbst Regisseur werden. Nach den entbehrungsreichen Nachkriegsjahren atmete die Stadt wieder durch, auch die Hamburger stürzten sich in den Wiederaufbau. Puhl machte sich mit schwerem Gerät ans Werk: Zu jeder Außenaufnahme mussten riesige Scheinwerfer und die große Kamera auf einem Stativgerüst aufgebaut werden. Die „Kulturfilme“ waren in Kinos sehr begehrt, sagt Puhl: Wenn sie von der Filmbewertungsstelle in Wiesbaden ein Prädikat bekommen hatten, waren sie für die Kinobetreiber vergnügungssteuerfrei.

Abgerundet wird die Dokumentation durch Interviews. Neben Reginald Puhl kommt auch Dagmar Berghoff als Zeitzeugin zu Wort. (ju)

Hamburg historisch 23.12., 19 Uhr,
Hamburg 1. Wiederholungen: 24.12., 20.15 Uhr, 25.12., 20.45 Uhr, und 26.12., 22.15 Uhr