Hamburger Musikpreis

Udo Lindenberg als Künstler des Jahres geehrt

Udo Lindenberg bei der Verleihung des Musikpreises "Hans"

Udo Lindenberg bei der Verleihung des Musikpreises "Hans"

Foto: Axel Heimken / dpa

In der Markthalle wurde am Mittwochabend der Musikpreis Hans an Etablierte und Newcomer verliehen. Die Gewinner.

Hamburg. „Er könnte seine Tage längst in sonnigeren Gefilden auf Golfplätzen verbringen oder auf schnieken Kreuzfahrtschiffen für immer Likörchen trinken. Stattdessen hat Lindenberg auch in diesem Jahr landesweit Stadien gefüllt und ein neues Album mit dem angemessenen Titel ,Stärker als die Zeit‘ veröffentlicht.“

Beginner für Hamburg-Hymne „Ahnma“ ausgezeichnet

Mit diesen Worten begründete die Jury des Hamburger Musikpreises Hans, warum sie Panikrocker Udo Lindenberg (70) zum „Künstler des Jahres“ kürte. Im Udo-Sprech heißt das schlichtweg: „Der Greis ist heiß.“ Eben jener gab sich bei der achten Hans-Verleihung am Mittwoch auf der Bühne der Markthalle auch selbst die Ehre. Stilecht mit Hut und Hängelippe singnuschelte er seine Songs „Wenn du gehst“ und „Reeperbahn“, begleitet vom schwedischen Jazzpianisten Martin Tingvall und dem norddeutschen Gitarristen Jörg Sander. Eine klasse Kombination zu bester lindenbergscher Tageswohlfühlzeit weit nach 22 Uhr. Auf eine nicht ganz so lange, aber ebenfalls äußerst prägende Musikgeschichte blicken die Abräumer des Abends, die Beginner. Die Hip-Hopper erhielten die Auszeichnung für ihre Hamburg-Hymne „Ahnma“, ihr Comeback-Album „Advanced Chemistry“ sowie für die innovative Gestaltung ihres Musikvideos „Es war einmal“, in dem Regisseur David Aufdembrinke ein satirisches Promi-Schaulaufen inszenierte.

Die Beginner konnten ihre Ehrungen zwar nicht persönlich entgegennehmen. Aber die 600 geladenen Gäste aus der Kultur- und Musikszene kamen in Sachen Pop und Performance auch so auf ihre Kosten. Denn für Auftritte zwischen den Laudationen und Danksagungen hatten sich unter anderem Emo-Pop-Barde Enno Bunger und die Techno-Marching-Band Meute angekündigt.

Große Bandbreite der hiesigen Szene

Eine Auszeichnung wie der Hans zeigt bestenfalls auch die große Bandbreite der hiesigen Szene. Und so existiert neben den erwartbaren „Hauptgewinnern“ auch schön Kreuz-und-quer-Klingendes, etwa die Rapperin Haiyti, die in der Kategorie „Nachwuchs des Jahres“ prämiert wurde. Auch der „Musiker des Jahres“ hat im Hip-Hop sein Zuhause: Die von Künstler Alex Diamond gestaltete Trophäe ging in dieser Rubrik an Farhot („Chabos wissen, wer der Babo ist“). Das Team um Popsänger Johannes Oerding wiederum durfte sich über einen Hans für die „Hamburger Künstlerentwicklung“ freuen.

Gesondert wurde FKP-Scorpio-Chef Folkert Koopmans die Auszeichnung „Lotse des Jahres“ verliehen. Der Konzertveranstalter mache eine „mutige und neugierige Arbeit“, lobte die Jury, der unter anderem Rapper Smudo und das Duo Boy sowie Norbert Grun­d­ei (N-Joy) und András Siebold (Kamp­nagel) angehörten.

Eine Zusammenfassung der Preisverleihung sendet NDR Blue am 25. November, 20 Uhr.