Add Art

Hamburger Unternehmen zeigen Werke junger Künstler

| Lesedauer: 3 Minuten
Katja Engler
Arbeiten von Nachwuchskünstlern hingen 2015 auch in den Räumen der Schipper Company

Arbeiten von Nachwuchskünstlern hingen 2015 auch in den Räumen der Schipper Company

Foto: newskontor Agentur für Kommunikation

Die Add Art lädt zu kostenlosen Führungen durch 18 Hamburger Firmen ein. Podiumsdiskussion mit Künstlern und Unternehmern.

Hamburg.  Es scheint sich herumgesprochen zu haben, dass Kunst die Unternehmenskultur positiv beeinflusst. Warum sonst findet die Initiative Add Art (also: „Füge Kunst hinzu“) nun schon zum vierten Mal statt? 18 Unternehmen der Stadt stellen vom 17. bis zum 20. November in den Räumen ihrer Firma Arbeiten junger Künstler aus, diesmal von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Bei Weitem geht es hier nicht nur darum, die Wände zu dekorieren, sondern die Wahrnehmung zu weiten, kreatives, unkonventionelles Denken zu fördern und natürlich Gespräche über das, was da zu sehen ist.

„Mithilfe von Add Art wird öffentlich sichtbar, dass Kunst einen hohen Stellenwert für Unternehmen hat“, sagt Projektleiter Hubertus von Barby. Schön daran ist, dass jeder, den es in­ter­essiert, sich kostenlos zu Kunst-Führungen durch die teilnehmenden Kanzleien, Beratungsunternehmen, Banken oder Hotels anmelden kann.

Vattenfall hat eine kleine Sammlung

Diese wissen recht genau, warum sie dafür weder Kosten noch Mühen scheuen: „Kunst nimmt in den Blick, was andere noch nicht sehen – das verbindet sie mit Unternehmertum“, meint zum Beispiel Nikolaus Förster von Impulse Medien. „Kunst schafft einen Raum für Begegnungen“, sagt Volker Scheel von der K. D. Feddersen Holding.

Eine Umfrage vom Berliner Wissenschaftszentrum für Sozialforschung ermittelte unter den Mitarbeitern der Add-Art-Unternehmen 2015, dass sie die Ausstellungen als unterhaltsam, stimulierend und inspirierend empfunden haben. Heraus kam außerdem, dass Unternehmer und Mitarbeiter den Ausstellungsraum plötzlich anders wahrnehmen, nicht nur als Arbeitsplatz, sondern auch als Lebensumfeld und Denkraum.

Auch dieses Jahr nehmen wieder einige Firmen wie die Hypo-Vereinsbank teil, die eine eigene Kunstsammlung haben. Der Energieversorger Vattenfall engagiert sich ebenfalls für Kunst und hat eine kleine Sammlung: „Viele rechnen gar nicht damit, eine solche Kunstsammlung bei uns vorzufinden“, stellt der Vattenfall-Generalbevollmächtigte Pieter Wasmuth fest.

Podiumsdiskussion mit Künstlern

Am Sonnabend findet in der Handelskammer eine ergänzende Podiumsdiskussion mit Künstlern und Unternehmern statt, die das Thema noch von einer anderen Seite aufgreift: „Künstler ins Management? Künstlerische Strategien als Beitrag zum Unternehmenserfolg.“

Projektleiter Hubertus von Barby gibt dem Ganzen also einen weiteren Rahmen. Organisationen in Deutschland und anderen Ländern, so von Barby, „entdecken seit Längerem, wie bereichernd es sein kann, Künstler und Mitarbeiter gemeinsam miteinander experimentieren zu lassen, um arbeitsbezogene Themen mit künstlerischen Techniken zu bearbeiten“.

Überdies findet zeitgleich der gemeinnützig arbeitende, seit sechs Jahren gut besuchte „Salon der Gegenwart“ des Unternehmers Christian Holle statt. Er stellt an den Großen Bleichen 34 Werke von 32 Künstlern aus, denen der Großteil der Verkaufserlöse zugute kommt. Damit will Holle den Austausch über Kunst fördern und den Nachwuchs unterstützen.

Add Art von Do 17.-So 20.11. Die Teilnahme an den Führungen ist kostenlos. Anmeldung zu Führungen und Podiumsdiskussion am Sa, 19.11., 19 Uhr, über www.addart.de bis 17.11., 16 Uhr. Dort stehen auch sämtliche Führungstermine. Podiumsdiskussion in der Handelskammer, Adolphsplatz 6. Eintritt frei. Salon der Gegenwart, Große Bleichen 34, Vernissage Fr 18.11., 18.00, Sa 11.00–17.00, So 11.00–17.00, Eintritt frei