Kultur

Homer S. als letzte Rettung

Wenn es ernst wird und eng, dann ist auf Comic-Helden made in USA Verlass. War eigentlich schon immer so. Schon Micky Maus, Donald Duck und Superman zogen gegen die Nazis in den Krieg, kämpften mit ihren Mitteln für Demokratie und andere Werte. Und obwohl man, auf das aktuelle Elend abzielend, das strohblonde Toupet des Bären nicht verteilen sollte, bevor er die Wahl verloren hat – wenn jemand auf den letzten Metern noch dafür sorgen kann, dass Donald Trump nicht als mächtigste Luftpumpe der Welt ins Oval Office darf, dann: Homer Simpson, und das, ­obwohl er selbst auch nicht direkt die hellste Kerze auf der Torte ist.

Die Macher der „Simpsons“, die man noch nie für Sympathisanten der US-Republikaner halten konnte, haben einen kurzen Investigativ-Film namens „Homer wählt 2016“ ins Internet gepustet. Der enthüllt, dass Machos aller Länder zusammenhalten, und wie surreal dummdreist manche Amtsinhaber wirken können, wenn man sie nur ein ganz kleines bisschen überzeichnet. Homer will gerade sein Kreuz für Hillary machen, als ihm ein sonderbarer Typ im „Red Sox“-T-Shirt in der Wählerschlange ein Loblied auf Trump vorsingt – und sich als Vladimir Putin höchstpersönlich entpuppt. Homer könne ruhig für Clinton stimmen, wäre ganz egal; seine Hacker würden schon dafür sorgen, dass Trump mit 102 Prozent gewinnt.