Hamburg

Hamburg nimmt Abschied von Kultursenatorin Kisseler

Bürgerschaftssitzung beginnt mit einer Schweigeminute

Hamburg.  Die heutige Bürgerschaftssitzung beginnt mit einer Schweigeminute für die am Freitag gestorbene Kultursenatorin Barbara Kisseler. Wann und in welcher Form Hamburg Abschied nehmen wird, war auch am Dienstag noch unklar. Eine protokollarische Vorgabe für den Fall, dass ein amtierendes Senatsmitglied stirbt, gibt es nicht. In erster Linie, so hieß es aus dem Rathaus, sei daher der Wunsch der Angehörigen zu respektieren. Relativ sicher ist immerhin schon, dass die Trauerfeier erst nach den am Wochenende beginnenden Hamburger Herbstferien stattfinden wird, also frühestens am 31. Oktober.

Neben einem riesigen Bouquet roter und weißer Blumen hatte man im Rathaus das Kondolenzbuch ausgelegt, es bildeten sich sogar kleine Schlangen. „Liebe Barbara, Du wirst uns schrecklich fehlen! In Trauer und Dankbarkeit, Manfred Lahnstein“, stand dort zu lesen. Als Frau im Politikgeschäft fand Anna von Treuenfels-Frowein (FDP) die passenden Worte: „Wir alle haben in Ihnen, Frau Kisseler, eine beeindruckende Persönlichkeit und ganz wunderbare Senatorin verloren. Das betrübt uns aufs Tiefste! Ich werde Sie auch in Ihrer Souveränität als politisches Vorbild in Erinnerung behalten!“

Die Schriftstellerin Petra Oelker schrieb: „Zutiefst traurig, und fassungslos. Danke für die viel zu kurze, bewegte und bewegende Zeit.“ Nikolas Hill, der in der Zeit von 2009 bis 2014 Staatsrat in der Kulturbehörde war, hat intensiv mit der parteilosen Politikerin zusammengearbeitet. Er schrieb: „Liebe Frau Kisseler, in unserer gemeinsamen Zeit habe ich viel über und durch Sie gelernt. Ich danke von Herzen für das Gute und wünsche Ihnen, dass für Sie nunmehr die von Ihnen so häufig erbetene ,hinreißende Zeit‘ beginnen möge.“

Unter vielen Politikern war Betroffenheit zu spüren: Anjes Tjarks, Fraktionsvorsitzender der Grünen, sagte: „Ich bin sehr traurig und bestürzt über den Tod von Barbara Kisseler. Wir verlieren eine großartige Frau, Politikerin und Anwältin der Kultur. Ich hätte mir sehr für Barbara Kisseler gewünscht, sie hätte die Eröffnung der Elbphilharmonie als Kultursenatorin erlebt. Ihre letzte Rede in der Bürgerschaft zur Elbphilharmonie war für mich eine der besten und bewegendsten dieser Legislatur. Sie hat sich für unser neues Wahrzeichen, aber auch für die gesamte Hamburger Kultur große Verdienste erworben.“

André Trepoll, CDU-Fraktionsvorsitzender, fasste zusammen: „Barbara Kisseler war eine leidenschaftliche Kämpferin für die Kultur in unserer Stadt. Für sie war Kultur kein Luxusgut, sondern sollte jeden erreichen.“

Ein Resümee ihrer Amtszeit zog SPD-Fraktionschef Andreas Dressel: „Die Berufung von Barbara Kisseler als Kultursenatorin 2011 war ein Glücksfall für unsere Stadt. Mit ihr verlieren wir eine enorm engagierte Kämpferin für die Kulturschaffenden in unserer Stadt. Sie hat maßgeblich dafür gesorgt, den Bau der Elbphilharmonie auf die richtige Bahn zu setzen.“