Hamburg

„Wer investiert heute noch in neue Künstler?“

Mit der Musikbranche
im Dialog:
Carsten Brosda,
Kulturstaatsrat

Mit der Musikbranche im Dialog: Carsten Brosda, Kulturstaatsrat

Foto: picture alliance / dpa

Die Popbranche diskutiert beim Musikdialog im Rathaus. Kulturstaatsrat Carsten Brosda über Sinn und Strahlkraft des Treffens.

Hamburg.  Angedockt an das heute beginnende Reeperbahn Festival treffen sich Entscheider und Künstler aus der Popbranche auf Einladung des Ersten Bürgermeisters zum vierten Mal im Rathaus zum Musikdialog. Wir sprachen mit Kulturstaatsrat Carsten Brosda über Sinn und Strahlkraft des Treffens.

Wer nimmt am Musikdialog teil und worüber tauschen sich die Eingeladenen ganz konkret aus?

Beim Musikdialog treffen hochrangige Vertreter aus der deutschen Musikwirtschaft aufeinander – Musiker genauso wie Plattenfirmen oder Konzertveranstalter, Radiomacher genauso wie Streamingdienste. Es geht um Themen, die der Branche auf den Nägeln brennen. Das bereiten wir das ganze Jahr über in einer gemeinsamen Planungsgruppe vor.

Können Sie Entwicklungen und Ergebnisse benennen, die aus diesem Gesprächsformat hervor gegangen sind?

Ganz generell hat der Dialog zu einem Schulterschluss innerhalb der Branche geführt. Ein bemerkenswertes Ergebnis war die Musikwirtschaftsstudie, die im letzten Jahr zum Musikdialog erschienen ist und in der erstmals die volkswirtschaftliche Bedeutung der Musik untersucht wurde. Zum Reeperbahn Festival kommen eh alle, und sie nutzen die Chance, sich untereinander und mit der Politik auszutauschen.

Welche Schwerpunkte stehen dieses Jahr auf der Agenda?

Der Dialog steht in diesem Jahr unter der Überschrift „Risikokapital Künstler?“, und es geht um die Frage, wer heute eigentlich noch in neue Musiker investiert und wie neue Künstler aufgebaut werden. Damit haben wir ein Thema gewählt, das auf das Herz der Musikwirtschaft zielt. Außerdem wollen wir darüber sprechen, wie Gleichstellung auch in der Musikwirtschaft besser gelingen kann.

Was planen Sie ganz konkret, um die hiesige Szene zu stärken?

Wir haben in Hamburg viele gute Ins­trumente, zum Beispiel in der Club- und Labelförderung, die bundesweit Vorbild sind. Aktuell setzen wir mit dem neuen Musikstadtfonds wichtige Akzente. Und natürlich unterstützen wir weiterhin die beeindruckende Entwicklung des Reeperbahn Festivals.

Ist das nicht alles sehr viel graue Theorie, während auf der Reeperbahn der echte Rock ’n’ Roll praktiziert wird?

Das gehört ja zusammen. Musik lebt natürlich von der Leidenschaft, aber sie ist eben auch ein vitaler Wirtschaftszweig. Kreativität und Kaufmannsgeist – das können wir in Hamburg.