Kultur

Man muss auch gönnen können

Stuttgart also. Zum dritten Mal hintereinander. Das macht es noch schöner für Stuttgart, das Bayern München unter den Kulturmetropolen. Aus hiesiger Sicht ist das Kulturstädte-Ranking der 30 größten deutschen Städt, das die ­Berenberg Bank alle zwei Jahre in Auftrag gibt, kein Problem. Sondern eine Herausforderung. Denn: Platz sieben. Messgrößen waren unter anderem die Quantität des Angebots und das Ausmaß der Nutzung. Nach der Angebotsqualität ging es nicht. Die Pein dieser Liste steckt im Detail: Stuttgart, München, Dresden, Berlin und Bonn – geht alles noch in Ordnung, halbwegs jedenfalls. Aber Karlsruhe, das 2014 von Platz neun aus nur Hamburgs Rücklichter sah, jetzt auf Platz sechs? Karls?! Ruhe?! Was so unaufregend heißt, soll attraktiver sein als das Allerallerschönste aller Hamburgs?

Hamburg auf Platz sieben also. ­Immer noch. Trotz Lindenberg und Ohnsorg, trotz der Beginner und der Reeperbahn, trotz Schauspielhaus, Thalia, Kamp­nagel, Kunsthalle, ­Laeiszhalle, Dockville, Musicalsmusicalsmusicals und ... Aber wen jucken schon Listen von gestern? 2017 Elbphilharmonie-Eröffnung, 2017 Theater der Welt. 2018: Weltherrschaft auf der Berenberg-Liste. Platz 1 bis mindestens 11. Stuttgart, München, Dresden, Berlin, Bonn – und erst recht Karlsruhe – beantragen kulturpolitisches Asyl und legen als untertänigste Mitgift komplette ­Museumsfüllungen ins Bürgermeister-Amtszimmer. Und danach wird die Berenberg-Liste eingestellt.