Kammerspiele

"#Freundschaft": Großer Jubel für Gilla Cremers Uraufführung

Die Schauspielerin Gilla Cremer in ihrer Küche in Hamburg

Die Schauspielerin Gilla Cremer in ihrer Küche in Hamburg

Foto: Roland Magunia / HA

Dem Stück fehlte zwar die Stringenz und Struktur ihres letzten Solos. Dennoch erhielt Gilla Cremer nach der Premiere viel Applaus.

Ein Jahr lang hatte sie recherchiert, Gespräche geführt, gelesen – am gestrigen Mittwochabend war es dann so weit: Die Hamburger Schauspielerin Gilla Cremer brachte ihr neues Solostück „# Freundschaft“ an den Kammerspielen zur Uraufführung.

In der Regie von Dominik Günther und mit Gerd Bellmann am Klavier beleuchtete Cremer knapp zweieinhalb Stunden lang die schillernden Facetten der Freundschaft - entführte in einem historischen Diskurs in die Antike und die Renaissance, um schließlich in der Kindheit und Jugend von drei Mädchen und einem Jungen zu landen, deren Geschichte das Stück erzählt.

Punktgenaue Alltagsbeobachtungen

Wann ist ein Freund wirklich ein guter Freund, ein wahrer Freund? Dieser Frage versucht Gilla Cremer auf den Grund zu gehen, indem sie das Verhältnis ihrer vier Protagonisten auf den Prüfstand stellt. Dabei gelingen ihr wunderbar punktgenaue Alltagsbeobachtungen, die wohl jeder im Publikum nachvollziehen kann.

Lieder, Zitate, Gedichte – Gilla Cremer lässt diesen schwer zu fassenden Begriff der Freundschaft schauspielerisch kraftvoll auf der Bühne lebendig werden. Dabei rutscht das Stück allerdings manches Mal zu sehr ins Episodenhafte ab. Die Stringenz und Struktur ihres letzten eindringlichen Solos „Die Dinge meiner Eltern“ hatte dieser Abend nicht. Am Ende gab es dennoch großen Jubel, strahlende Gesichter und viel, viel Blumen auf der Bühne.