Filmtipp

Filme, Bücher, Song: Einfach schön auflisten

Es gibt fast nichts Schöneres, als sich durch die Kulturgeschichte zu klicken. Kompakter geht Kunst nicht als in einer Bestenliste. Natürlich nicht nur beim Buchpreis; erst gestern konnte man sich gleich an zwei wunderbaren Listen delektieren. Die Internet-Musikseite Pitchfork zählte die 200 besten Songs der 70er auf (ganz vorne: David Bowies „Life on Mars“), und die BBC veröffentlichte ihre Umfrage die besten Filme des Jahrhunderts betreffend. Des 21. Jahrhunderts, wohlgemerkt. Das ist immerhin schon anderthalb Jahrzehnte alt, da kann man schon mal ein Resümee ziehen!

Aber warum nicht gleich „Die besten Filme des Jahrtausends“? Wäre nur konsequent. Und noch plakativer: So könnte man, die geballte Autorität von fast 200 befragten Filmkritikern im Rücken, jetzt von David Lynch als dem „Jahrtausendfilmemacher“ sprechen. „Mulholland Drive“ ist nämlich auf dem Top-Platz.

Große Erleichterung, den kennt man sogar.

Darum geht es am Ende ja immer – dass man den Kram am besten auch kennt, der da gelistet ist. Wenn nicht? Dann stimmt alles nicht, völlig falsche Auswahl, die Liste ein Werk von Ignoranten. Diese Listen, genau, sind vor allem ein erstklassiger Aufreger. Über nichts lässt sich besser mosern. Wer noch keine Liste besserwisserisch abgeurteilt hat, der hat noch nie eine Liste richtig gelesen. Wo ist eigentlich „Kein­ohrhasen“ auf der Liste, hä? Wie kann man dieses Großwerk teutonischer Komödiantenkunst nur übersehen!