Hamburg

Ein Kurator soll die HafenCity kulturell aufwerten

Gesucht wird eine „künstlerisch interessante Person“ mit neuen Ideen und Konzepten

Hamburg.  Die HafenCity als kulturelles Ödland zu beschreiben, wäre ebenso übertrieben wie es deren Selbsteinschätzung als „Ort kultureller Vielfalt“ ist. Dass es dort etliche Kulturprojekte gibt, deren Dichte und Substanz sich Richtung Speicherstadt deutlich erhöhen, ist ebenso unbestritten wie der Eindruck der relativen Ereignislosigkeit, der sich bei einem zufälligen Besuch heute noch einstellen kann. Dass es hier Handlungsbedarf gibt, weiß auch die ­HafenCity Hamburg GmbH, die sich inzwischen um einen Kurator bemüht, der das Quartier als Kulturort aufwerten soll. Allzu viel Konkretes lässt sich noch nicht in Erfahrung bringen. Man befinde sich in der Vorbereitung, heißt es aus der Pressestelle, die zur Aufgabenstellung immerhin so viel verrät: Es gehe um „Konzeption, Organisation und Durchführung künstlerischer Programme und Projekte im öffentlichen Raum und in Gebäuden sowie um die Initiierung ­interdisziplinärer und institutionsübergreifender kultureller Angebote und die kenntnisreiche und produktive Aus­ein­andersetzung mit dem neuen Ort HafenCity und seiner maritimen und historischen Vorprägung.“

Einbezogen in die Vorplanungen ist der 18-köpfige Kultur-Koordinierungskreis, dem Vertreter von Behörden und Kulturinstitutionen angehören. Darüber hinaus gibt es aber noch ein kleineres Beratungsgremium, das bei der Suche nach geeigneten Kandidaten mitwirken soll. Dort ist neben dem früheren Kunsthallen-Chef Uwe Schneede unter anderem auch Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard beratend tätig. „Wir befinden uns noch in einem sehr frühen Stadium, die Ausschreibung steht noch nicht, und auch wichtige Fragen, wie zum Beispiel die Höhe des Budgets, sind gegenwärtig noch offen“, sagte Deufl­hard dem Abendblatt. Die Mitglieder des Beraterkreises seien sich einig, dass es nur darum gehen kann, eine „künstlerisch interessante Person“ zu finden.

Ob die Einsetzung eines Kurators oder eines Kuratoriums zur kulturellen Aufwertung der HafenCity beitragen wird, hängt allerdings auch stark vom Selbstverständnis der jeweiligen Persönlichkeit ab. Die Erfahrungen, die Hamburg mit seiner 2013 installierten Stadtkuratorin, der Kunstvermittlerin Sophie Golz, gemacht hat, sind da eher ­gemischt: Ob sie ihrer Aufgabe, der Kunst im öffentlichen Raum neue Relevanz zu verleihen, wirklich gerecht geworden ist, mögen Insider bejahen. ­Öffentlich wahrgenommen wurde ihr kuratorisches Wirken so gut wie nicht.