Konzert

Discofieber mit Superstar Rihanna im Volksparkstadion

Fotografen waren beim Auftritt in Hamburg nicht zugelassen. Superstar Rihanna bei einem Auftritt in der Vergangenheit

Fotografen waren beim Auftritt in Hamburg nicht zugelassen. Superstar Rihanna bei einem Auftritt in der Vergangenheit

Foto: Julia Schoierer

Nicht nur in den Charts ist sie omnipräsent - auch auf der Bühne. Am Sonnabend feierte Rihanna mit 30.000 Fans in Hamburg.

Hamburg.  Sie ist einer der größten Popstars der Gegenwart, und wie es sich für einen solchen gehört, beginnt sie ihr Konzert mit einem Hit – er heißt „Stay“. Und nichts anderes fiel den knapp 30.000 im Volksparkstadion ein, die zum Konzert der 28-Jährigen gekommen waren: Bleiben für die Dauer von 25 Hits. Denn nichts hat Rihanna in ihrer auch schon mehr als zehn Jahre währenden Karriere getan: Sie hat Hit für Hit gesungen. Auf dem Konzert performt Rihanna die Songs in extradichter Taktung, verknappt sie jeweils und knallt den nächsten gleich hinterher. Ein R&B-Dancehall-Überfallkommando, das auf der kleinen Bühne in der Mitte beginnt. Dann schon schwebt die Sängerin in einer Art durchsichtigem Laufsteg über die Fans auf die Hauptbühne. Danach: Anderthalb Stunden Discofieber.

Sie ist die Herrscherin ganz allein

Selbst wenn sie mal ein paar Jahre keine Alben veröffentlicht wie zwischen „Unapologetic“ (2012) und dem im Frühjahr erschienen „Anti“ ist Rihanna omnipräsent in den Charts – und den Öffentlichkeitskanälen im Internet. Omnipräsent ist sie - in sensationelle Outfits gewandet - auch im Stadion, sie war ja sogar schon vergangene Woche da, als sie während des Coldplay-Konzerts bei „Princess of China“ von der Leinwand herab das Duett mit Chris Martin sang. Die Technik macht’s möglich, ohne sie ginge es auch nicht in der Ära der sogenannten Kollaborationen. Diesmal ist Rihanna persönlich da - und zwar ohne Co-Stars auf der Leinwand. Die Parts von Drake oder Kanye West sind durchaus verzichtbar, sieh an. Sie ist die Herrscherin ganz allein, und wer tanzte derzeit lasziver als sie?

Rihannas Werk ist auf Dialog angelegt, es ist ja immer ein männliches Du, das in ihren Songs angesprochen wird, angeschmachtet, verspottet, angefleht usw. – auf der Bühne ist sie die Femme fatale, die man aus den Musikvideos kennt. Sie schaut ja nicht schlecht aus, aber man weiß nicht recht, ob „Sex with me“, das sie relativ früh am Abend singt, dieselbe Wirkung entfaltet, wie wenn man es allein zu Hause hörte. Ist es eigentlich etwas anderes, vor Tausenden Zuschauern die Dreifaltigkeit von Männern, Sex und Hedonismus zu beschwören, als wenn man das im Plattenstudio tut?

„Same Ol’ Mistakes“ als Höhepunkt des Konzerts

In Hamburg hat Rihanna Spaß. Und mit ihr die Fans, die sich über den Quak-Song „Work“, über „Rude Boy“, „Bitch better have my money“ und ihren ersten großen Hit „Umbrella“ oder „Diamonds“ freuen. In Dublin hat sie kürzlich auf einem Konzert geheult, solch einen kostbaren Moment gönnt sie den Hamburgern nicht. Einsamer Höhepunkt des Konzerts, sehr subjektiv: die Tame-Impala-Coverversion von „Same Ol’ Mistakes“. Der letzte Song, ehe sie unter tosendem Jubel geht, ist „Kiss It Better“. Kann man versuchen.