Berlin

Tiger-Gehege vor Berliner Gorki-Theater soll geräumt werden

Berlin. Die lebenden Tiger vor dem Maxim Gorki Theater in Berlin könnten zum Fall für die Justiz werden. Eine Behörde hat angeordnet, dass die Kunstaktion „Flüchtlinge fressen“ mit dem Tiger-Gehege verschwinden soll. Die Erlaubnis werde „ab sofort“ widerrufen. Das öffentliche Straßenland sei innerhalb der nächsten zehn Tage vollständig zu räumen, teilte das Bezirksamt Mitte mit. Das Theater will hingegen weitermachen. Die Frist des Bezirks geht über den Stichtag der Kunstaktion hinaus.

Die Bühne arbeitet mit der für Provokationen bekannten Künstlergruppe Zen­trum für politische Schönheit zusammen. Diese fordert eine Änderung der Flüchtlingspolitik. Die Künstler wollen am 28. Juni 100 Syrer mit dem Flugzeug aus der Türkei nach Deutschland bringen. Sonst seien bereits hier lebende Flüchtlinge bereit, sich den Zirkustigern in dem Gehege öffentlich zum Fraß vorzuwerfen. Für den Flug werden im Internet Spenden gesammelt. Das Gehege zieht seit dem Aufbau neugierige Blicke von Passanten auf sich.

Die Begründung des Bezirks hat nichts mit den Tieren zu tun oder mit der Frage, ob das Spektakel vielleicht geschmacklos ist. Vielmehr geht es um Zuständigkeiten. Die Künstler hätten demnach die „Meinungskundgabe“ bei der zuständigen Versammlungsbehörde, also bei der Berliner Polizei, anmelden müssen. Das sei nicht geschehen. Die Zehn-Tages-Frist ergebe sich aus der Abbauzeit. Das Theater legt nach eigenen Angaben gegen den Bescheid des Bezirks Widerspruch ein und klagt vor dem Verwaltungsgericht gegen die Anordnung des sofortigen Vollzugs.