Hamburg

Das Ensemble Resonanz mit Bach und Hosokawa

Hamburg.  Sich unter dem Motto „... der Ewigkeit“ aus der Saison zu verabschieden, das kann Fragen aufwerfen. Auf Wiedersehen im Jenseits? Oder soll es im Gegenteil ewig so weitergehen? Weder noch. Dem Ensemble Resonanz stehen große Veränderungen ins Haus, denn ab Januar residiert es ja in der Elbphilharmonie. Als Motto war der Begriff nicht ganz so scharf auf das Programm zugeschnitten wie die der vorherigen „Resonanzen“-Konzerte. Ein ganzer Abend mit Bach und Toshio Hosokawa (Jahrgang 1955), das ist Profil genug.

Hosokawa spürt dem Charakter der Instrumente bis in elementare Strukturen nach. Das war bei Jeremias Schwarzer zu erleben, dem Solisten der Uraufführung von „Sorrow River“ für Blockflöte und Streichorchester. Der immense Fächer an Farbnuancen, aber auch die spirituell aufgeladenen Räume, die diskreten Anklänge an die der europäischen so vollständig entgegengesetzten japanischen Musiksprache, all das gehört zu Hosokawas Handschrift, wie sie auch Anfang des Jahres an der Staatsoper in der Oper „Stilles Meer“ zu erleben war.

Juditha Haeberlin erzählte Hosokawas „Elegy“ auf ihrer Geige so ausdrucksvoll, wie man es von ihr kennt. Der Trompeter Jeroen Berwaerts wiederum verleugnete geradezu das Trompetenhafte an seinem Instrument.

Dagegen klangen die beiden Bach-Konzerte recht robust mit ihren Tanzrhythmen und klar definierten Aufgaben. Die Musiker spielten lustvoll inspiriert und einen Hauch unbekümmert um die allerletzten Feinheiten. Bach konnte es ab. Ein charmanter Kontrast zu Hosokawa war es auch.