Mecklenburg-Vorpommern

Festspiele: Mehr als 130 Konzerte in drei Monaten

Pianist Igor Levit ist auf Schloss
Ulrichshusen aktiv

Pianist Igor Levit ist auf Schloss Ulrichshusen aktiv

Foto: Andreas Laible / HA

Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern bieten ab dem 17. Juni erneut ein vielfältiges Programm. Auch Stars wie Sol Gabetta kommen.

Hamburg.  Nur der Herbst fehlt noch, dann wären die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern (FMV) ganzjährig aktiv. Doch die wichtigste Zeit im Musikkalender des Flächenlands liegt nach wie vor im Sommer. Mit rund einem Dutzend Programmschwerpunkten hat Intendant Markus Fein vom 17. Juni bis zum 17. September mehr als 130 Konzerte im Sortiment, mit Markenartikeln wie der Cellistin Sol Gabetta, der Pianistin Hélène Grimaud oder den King’s Singers als sichere Nummern.

Gefühlte Konzept-Parallelen zum Schleswig-Holstein Musik Festival liegen nahe, doch die Klangfarben sollen eindeutig andere sein, wird immer wieder betont. Ein großer gemeinsamer Nenner in Feins Konzert ist das NDR Elbphilharmonie Orchester, das bei beiden Festivals den Auftakt übernimmt, in diesem Jahr in Wismar und mit der Wiederholung eines Hamburger Abo-Programms mit der Geigerin Vilde Frang und dem Britten-Violinkonzert. Die Norwegerin hat als „Preisträgerin in Residence“ ihren ersten Wohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern – sie gibt dort 18 Konzerte.

Traditionell wichtiges FMV-Standbein sind die regelmäßig teilnehmenden Künstler in der Kategorie „Preisträger“. Im Laufe der Jahre hat sich eine ständig wachsende Virtuosen-Familie gebildet, deren Auftritte sich wie Image-Jahresringe summieren. Einen Sonderfall bildet das Projekt „360° Klavier“ mit dem Pianisten Igor Levit, der auf Schloss Ulrichshusen mit Vorträgen, Nachtkonzert und einem Klavierbauer als Talkgast auslotet, was dieser Denkansatz musikalisch hergibt. FMV-Stammgast seit 2001 ist Kent Nagano, der mittlerweile Generalmusikdirektor an der Hamburgischen Staatsoper ist. In den Vor-Sommern gastierte er mit seinen jeweiligen Vor-Orchestern, 2016 fährt er erstmals mit dem Philharmonischen Staatsorchester Richtung Osten. Auf dem Terminkalender stehen neben einem Konzert mit Werken von Bruckner und Beethoven in Neubrandenburg auch ein Ableger seiner Hamburger Aktivitäten: In der Reihe „Pavillon Moderne“ gastiert er in Ulrichshusen mit Messiaens „Turangalila“-Sinfonie und Wagners „Tristan“-Vorspiel, außerdem mit Kammermusik aus dem 20. Jahrhundert. Gegenstück dazu ist der „Pavillon Barock“ mit der Akademie für Alte Musik Berlin und Solisten wie Julian Prégardien und Robin Johannsen.

In Schwerin wird anlässlich der Unesco-Welterbe-Bewerbung des Schweriner Residenzensembles ein dreitägiges Weltkulturfest namens „Greetings to the Universe“ abgehalten. Die „Landpartien“ bringen Nachwuchstalente in abgelegene Landleben-Idylle, wichtigster Treffpunkt für deren Kammermusik-Aktivitäten wird Schloss Bothmer in Klütz sein. So ungewöhnlich, wie es der Name ankündigt, ist die Reihe „Unerhörte Orte“ mit Spielstätten, die bislang alles andere waren als Konzert-Spielstätten: das Luft- und Raumfahrtzentrum Neustrelitz etwa oder eine Strandkorbmanufaktur in Heringsdorf.

Informationen: www.festspiele-mv.de