Berlin

Triumph für Intendant Frank Castorf mit Stück über Molière

Berlin.  An der Berliner Volksbühne hat „Die Kabale der Scheinheiligen. Das Leben des Herrn de Molière“ in der Regie von Intendant Frank Castorf erfolgreich Premiere gefeiert. Der Beifall nach mehr als fünf Stunden Aufführungsdauer am Sonnabend war enorm. In dem Stück nach einer Vorlage des Russen Michail Bulgakow (1891– 1940) geht es um Intrigen am Hof von Ludwig XIV., denen Molière zum Opfer fällt. Bulgakow, von Stalin verfemt, nutzte den historischen Stoff, um Missstände in der Sowjetunion der 1930er-Jahre anzuprangern.

In der Ankündigung des Theaters hieß es vorab: „Frank Castorf holt den Text mit seiner doppelten historischen und politischen Referenz in die Gegenwart des Alles-ist-Erlaubt der liberalen Gesellschaft.“ Das gelang Castorf, dessen Volksbühnen-Intendanz 2017 endet, exzellent. Dazu hält er eine große Liebeserklärung an die Kunst des Theaters. Castorf und seine exzellenten Schauspieler wurden mit Beifall und Jubel geradezu überschüttet.