Hamburg

Theater nicht nur für Kinder und Jugendliche

Das norddeutsche Festival „Hart am Wind“ feiert gelungenen Auftakt

Hamburg. Der vielzitierte Seemannsspruch „Leinen los!“, hier böte er sich noch einmal an, sagte Klaus Schumacher, Leiter des Jungen Schauspielhauses, anlässlich der feierlichen Eröffnung des norddeutschen Kinder- und Jugendtheaterfestivals „Hart am Wind“ in der Gaußstraße. Es passte aber auch wirklich alles. Bei den Blechbläser-Klängen der hervorragenden Jazzy Buskers kam bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen schnell Festivalstimmung auf. „Theater für Kinder und Jugendliche hat keine Altersbegrenzung nach oben“, sagte Staatsrat Carsten Brosda, der Schirmherrin Barbara Kisseler vertrat. Die Zukunft sei ja keineswegs nur digital, die Erfahrung, Menschen auf der Bühne zu erleben, verliere nicht ihren Reiz.

Zum Auftakt präsentierte das Junge Schauspielhaus seinen aktuellen Hit „Funny Girl“. Per Schnitzeljagd gelangten Besucher ins Lichthof Theater, ebenfalls Gastgeber des Festivals, wo „Arbeiten Gehen“ über die Bühne ging. Die Kollaboration der Künstlergruppe Traummaschine Inc. mit Meine Damen und Herren, dem Ensemble des inklusiven Netzwerks barner 16, befasst sich mit dem Thema Arbeitswelt. Die Zuschauer erlebten eine fröhliche Szenen-Collage, bei der ein Busfahrersohn sich mit einem Schulaufsatz quälte, Brieftauben darüber verzweifeln, nur Kündigungen zu überbringen und am Schluss ein ganzer Bus samt Bewohnern zu schweben begann.

Ein poetischer Abend, der unverkrampft von der Endlichkeit des Lebens erzählt

Um ein ernstes Thema, das dennoch nicht schwermütig stimmte, ging es in „Nimmer“ der Hamburger Choreografin Antje Pfundtner im Malersaal des Schauspielhauses. Auf Basis des um eigenes Material ergänzten Märchens von der Steinsuppe, erzählte Pfundtner sprechend und tanzend ­davon, das ja nichts für immer verschwindet in der Welt. Wunderbar tanzte Pfundtner zwischen den auf der Bühne sitzenden Zuschauern, und sprach mit „Komplizen“ wie dem Skelett „Helen“ oder gar dem Funkgerät „Christian“.

Ein poetischer Abend, der die Endlichkeit des Lebens nicht verschweigt und auch nicht für Kinder verniedlicht, aber unverkrampft und positiv davon zu erzählen weiß. Ein starker Auftakt. So kann es weiter­gehen. Immer hart am Wind.

„Hart am Wind“ 5. Norddeutsches Kinder- und Jugendtheaterfestival bis 29.5., Junges Schauspielhaus, Lichthof Theater, Karten Erw. 13/Ki./Jugendliche 7,50 unter T. 24 87 13; www.schauspielhaus.de