Hamburg

Janosch kommt nach Hamburg

Gregs Gallery in der HafenCity zeigt kommende Woche eine Ausstellung mit Werken des 85 Jahre alten Künstlers, der zu Gast sein wird

Hamburg. Es muss schon ein besonderer Anlass sein, damit Janosch seine geliebte Hängematte (und die Sonne!) auf der Kanareninsel Teneriffa hinter sich lässt und nach Hamburg reist, immerhin seine alte Heimat. In diesem Fall ist es die Ausstellung „Oh wie schön ist ... Hamburg“ in der Gregs Gallery in der HafenCity, die eine große Auswahl der schönsten Unikate und Editionen des Künstlers aus den letzten Jahrzehnten präsentiert.

Denn zwar jeder Leser und jede Leserin zwischen sechs und 86 dürfte wohl schon einmal „Oh, wie schön ist Panama“, Janoschs zeitloses Buch vom Suchen und Finden eines Zuhauses, durchgeblättert (bei besonderer Liebe: auswendig gelernt) haben. Oder „Post für den Tiger“ und „Komm, wir finden einen Schatz“, die nächsten Abenteuer der tierischen Freunde. Nicht jeder hingegen kennt sämtliche der meist auf den ersten Blick wiedererkennbaren, manchmal herrlich bösen Janosch-Zeichnungen. Insgesamt 85 Werke umfasst die Hamburger Ausstellung – passend zum vor wenigen Wochen begangenen 85. Geburtstag des Mannes, der einst als Horst Eckert geboren wurde.

Das Schöne: Der Galeriebesuch lohnt für alle Altersklassen. Es gibt die typischen Tigerentenbilder und andere kindliche Motive zu bestaunen, dazu gesellen sich Zeichnungen, für die man gerne einen Blick mehr aufwenden darf. Erotik und Liebe, Glaube und Toleranz spielen in diesen Bildern eine entscheidende Rolle. Das Spektrum reicht von charmant bis schamlos, üblicherweise in Archiven verstaut oder in wechselnden Ausstellungen unterwegs. Kommende Woche besteht für Janosch-Fans die Möglichkeit, sich die Werke des Tigerentenerfinders nicht nur aus der Nähe anzusehen, sondern sie auch ins eigene Wohnzimmer zu holen. Die Preise für die meist 30x40 Zentimeter großen Bilder bewegen sich etwa zwischen 500 und 5000 Euro.

Pünklich zu Janoschs Geburtstag (den er, wie man hört, mit Wein und Fisch gefeiert haben soll) ist eine neue Biografie erschienen: „Wer fast nichts braucht, hat alles“. Der Autor selbst hat in seiner Karriere rund 300 Bücher geschrieben, die in mehr als 40 Sprachen übersetzt wurden. Er wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis und dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Seit mehr als 20 Jahren lebt Janosch mit seiner Lebensgefährtin, die aus Hamburg stammt, auf Teneriffa. Interviews gibt er selten, öffentliche Auftritte reduziert er auf ein Mindestmaß – und wenn, dann mit möglichst wenig Aufheben um seine Person, weshalb es bei der Vernissage auch keine großen Reden, keine Laudatio auf Janoschs Lebenswerk geben wird. Nach dem Alter gefragt, hat Janosch einmal gesagt: „Das ist die beste Zeit meines Lebens, das Alter. Das ist so schön, das kann ich jedem nur empfehlen.“

Ausstellung „Oh wie schön ist... Hamburg“ in der Gregs Gallery, HafenCity. Vernissage am 1. Juni um 18 Uhr in Anwesenheit des Künstlers. Family Preview für Familien mit Kindern am 1. Juni ab 15 Uhr. „Malstunde nach Janosch“ am Sonntag, 5. Juni, von 14 bis 16 Uhr