Hamburg

Starkes Spiel bei „Einer flog über das Kuckucksnest“

Hamburg. Ken Keseys Roman „Einer flog über das Kuckucksnest“ über ein totalitäres Machtsystem hinter Psychiatrie-Mauern wurde dank der Verfilmung von Milos Forman in den 1970er-Jahren zum Oscar gekrönten Hollywood-Hit. Dale Wassermans Theateradaption hat bis heute einen Platz auf den Spielplänen. Mit einfachen, aber effektiven Mitteln haben jetzt Kordula Bott und der Schauspieler Ulrich Bähnk das Stück mit Absolventen des Bühnenstudios der darstellenden Künste Hamburg im Theater Orange herausgebracht.

Schon die Bühnensituation, ein Halbrund im Medienbunker, bildet eine Herausforderung. Mit wenigen Requisiten, Stühlen, Tischen und enthusiastischen Jungdarstellern gelingt ein so erschütternder wie mitreißender Abend. Sein Freiheitsdrang und mangelnder Respekt für Autoritäten bringt Erkan Cakir als Spieler und Simulanten Mc Murphy in die geschlossene Psy­chiatrie. Dort findet er neue, sehr besondere Freunde, aber auch eine Diktatur der drachenartigen Herrschaft von Schwester Ratched vor. Cakir gibt Mc Murphy als jugendlichen, durchaus prolligen Heißsporn, respektlos und unbezähmbar. Unter den Insassen findet er rasch Anhänger, etwa den stotternden Billy Bibbit, einfühlsam gespielt von Robin Bongarts Guillaud oder die hochsensible Helen Harding, Johanna Sarah Schmidt.

Wenn Gesunde auf der Bühne Menschen mit Handicap darstellen, ist das immer ein Wagnis. Hier gelingt es ohne Ausstellen oder Verrat an den Figuren. Eindrucksvoll auch Tim Hermann als schweigsamer Häuptling Bromden, der sich in größter Not für Mc Murphy als wahrer Freund erweisen wird. Temporeiches Spiel bis hin zu rasanter Action wechselt mit ernsten und tieftraurigen Momenten. Lohnendes Schauspielertheater.

„Einer flog über das Kuckucksnest“ 8.3. bis 19.3., jew. 19.30, Karten zu 15,-/erm. 10,- unter T. 44 58 14 oder unter www.kuckusnest-tickets.de