Kultur

Unsere Lieder für Stockholm

Zehn Kandidaten stehen beim Deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest zur Wahl

Schaut man auf das Teilnehmerfeld für die heutige TV-Show „Unser Lied für Stockholm“, sprich den deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest 2016, dann kann nur gefragt werden: Wer möchte am 14. Mai in Schweden seine Karriere implodieren lassen? Ja, das ist hart formuliert. Aber was mag wohl aus dem Mädchentrio Elaiza geworden sein, aus Sängerin Ann Sophie, aus der Dance-Trulla-Truppe Cascada, die in den Vorjahren kamen, sangen und versiegten?

Zehn Kandidaten wollen es dieses Jahr besser machen. Einen Favoriten gibt es nicht wirklich. Und selbst wenn: Auch in den Vorjahren hatten Mainstream-Stars wie Unheilig oder Santiano keine Chance. Es ist also noch alles offen für diese Bands und Künstler: „Das Supertalent“-Finalistin Laura Pinski aus Düsseldorf singt „Under The Sun We Are One“, produziert von Ralph Siegel. Ein weiteres Castingshow-Relikt ist „The Voice of Germany“-Siegerin Jamie-Lee Kriewitz aus Bennigsen mit „Ghost“. Dazu gesellen sich Schlagersängerin Ella Endlich aus Berlin mit „Adrenalin“, der nach den Pariser Anschlägen durch das virale Video „Nur ein Lied“ bekannt gewordene Chiemgauer Alex Diehl sowie die Iserlohner Pop-Rock-Band Luxuslärm mit „Solange Liebe in mir wohnt“. Die australische Wahlberlinerin und Indie-Songschreiberin Kat Frankie hätte man eigentlich nie im ESC-Kontext erwartet, aber sie bildet mit dem Kölner Chris Klopfer das Duo Keøma und singt „Protected“. Auch eine Mönchstruppe ist nach Die Priester 2013 wieder am Start: Das Choral-Ensemble Gregorian des Hamburger Produzenten Frank Peterson präsentiert „Masters Of Chant“.

Ebenfalls aus Hamburg kommt das Geschwister-Duo Joco mit dem wirklich schönen Beitrag „Full Moon“. Vielleicht ein Geheimfavorit neben Woods Of Birnam aus Dresden mit „Lift Me Up (From the Underground)“, einer Band, die durch den „Honig im Kopf“-Soundtrack bekannt wurde. Und dann ist da noch die Fuldaer Metalband Avantasia mit „Mystery Of A Blood Red Rose“. Die haben vier Top-Ten-Alben und eine europaweite Fangemeinde.

Wer weiß, vielleicht ist es zehn Jahre nach den Finnen Lordi wieder Zeit für Metal beim Eurovision Song Contest? Die TV-Zuschauer wählen drei Kandidaten in eine Finalrunde und dann unser Lied für Stockholm.

„Unser Lied für Stockholm“ Do 25.2., 20.15, ARD; www.eurovision.de