Mark Andre

„Er lässt das Beobachten des Klangs zum Erlebnis werden“

Mark Andre

Mark Andre

Foto: Katrin Schander

Helmut Lachenmanns einzigartige Kunst des Komponierens hat mich seit meinem ersten Kontakt mit „Ausklang“, einem seiner Meisterwerke, extrem fasziniert und bewegt. Wie kein anderer lässt er den Hörer das Beobachten des Klangs, des kompositorischen Raums und der musikalischen Zeit als „existenzielle Erfahrung“ im Innersten zwischen „Affekt und Aspekt“ erleben.

Mit höchster Intensität und Kraft wirken alle „Klangschatten“ und lassen uns vieles ganz anders erfahren: das Komponieren, das Hören, das Interpretieren. Selten, vielleicht noch nie, fand solch eine Wende in der Musikgeschichte statt. Mit großer Freude sehen wir auch die wunderbare und hochverdiente Wandlung der Rezeption seiner Musik. Der Sündenbock/Opfermechanismus der frühen Jahre verschwand und hat höchster Anerkennung Platz gemacht, Gott sei Dank.

Es war mir das schönste Privileg und eine sehr besondere Ehre, bei ihm drei Jahre als Meisterschüler an der Stuttgarter Hochschule studieren zu dürfen. Davon trage ich eine unauslöschliche Spur in mir.

Für seine Kunst des Komponierens, für die „Lehre/Leere“, für das Vertrauen und die Treue bin ich unendlich dankbar. Ich gratuliere Helmut Lachenmann sehr herzlich zum 80. Geburtstag, wünsche ihm alles Liebe und Gute und möge die Botschaft des „aaronitischen Segens“ (4. Mose 6, 24–26) ihn begleiten: Gott segne und behüte Dich! Mark Andre

Schüler Lachenmanns und Komponist („Wunderzaichen“)