Kultur

„Ein starkes Team“ ohne Schnick und ohne Schnack

Unter dem Begriff „Krimi“ werden im Fernsehen die unterschiedlichsten Formate geführt. Da gibt es den „Tatort“, zu dem sich die Gemeinde sonntags andächtig versammelt, selbst wenn die Ermittlungen auf das letzte Dorf ausgedehnt werden und der Kommissar ein drogensüchtiger Kleinkrimineller ist. „Pfarrer Braun“ sorgt für Gemütlichkeit und Duos wie „Hubert & Staller“ für Heiteres. Und alle hetzen stets dem Trend hinterher – nur „Ein starkes Team“, das ist wie immer. Folge 63 läuft am Sonnabend, garantiert ohne Schnick und ohne Schnack.

Die Freunde des Teams schätzen das. Ein klarer Fall, ein Drehbuch ohne Fehl und Tadel, solide Schauspielarbeit gut ins Bild gesetzt – hier passen die Begriffe Handwerk und Kunst zusammen. Diesmal sind es zwei Tote, die die Täterjagd in Gang setzen. Ein Vietnamese wird ermordet, kurz darauf stirbt ein Rentner. Auf den ersten Blick ohne Verbindung zueinander. Erst ein tiefer Blick in die Vergangenheit offenbart Abgründe. Maja Maranow und Florian Martens lösen ihre Aufgaben mit gewohntem Charme: unaufgeregt, einfach und gut. Natürlich muss am heiteren Rande Sputnik (Jaecki Schwarz) mit einer Geschäftsidee scheitern, und Kriminalrat Reddemann (Arnfried Lerche) unternimmt eine weitere eher missglückte Expedition ins Private. Aber auch das gehört ja irgendwie dazu. Bis in die Nebenrollen wurde zudem sorgfältig besetzt. Michael Mendl, Gesine Cukrowski und Rebecca Immanuel – erste Garde. Manchmal wird es ein wenig zu betulich und etwas mehr Tempo könnte nicht schaden.

Aber letztlich sprechen wir über einen Klassiker, der auch einen Personalwechsel schadlos überstehen sollte. Maja Maranow nimmt nach 21 Jahren Abschied und wird durch Stefanie Stappenbeck ersetzt. Wird schon gut gehen. Schließlich war auch Leonard Lansink mal dabei, und sein Ausstieg hat weder dem „starken Team“ noch „Wilsberg“ größeren Schaden zugefügt.

„Ein starkes Team“, Sa, 20.15 Uhr, ZDF