Berlin/Paris

Satiremagazin „Charlie Hebdo“ fehlen Zeichner

Berlin/Paris. Gute Zeichner zu finden, ist für das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ zu einer schwierigen Aufgabe geworden. Die Zeichnungen seien die DNS und das Herz des Blattes, sagte Chefredakteur Gérard Biard. Es würden unglaublich viele Zeichnungen angeboten, die aber nicht gut genug seien. „Wir können das Niveau nicht senken.“

Bei einem Terroranschlag auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ wurden im Januar in Paris zwölf Menschen getötet. Darunter waren die Zeichner Charb, Wolinski, Cabu, Tignous und Honoré, die zu den besten Karikaturisten Frankreichs gehörten. Am Donnerstag wird die Zeitschrift in Potsdam mit dem M100 Media Award ausgezeichnet, mit dem das Recht der freien Meinungsäußerung gewürdigt wird.

Seit dem Anschlag arbeitet das Team in Paris im Haus der Tageszeitung „Libération“. Demnächst soll es in neue eigene Räumlichkeiten umziehen. Ein neues Konzept für das Blatt gebe es nicht, so Biard. „Wir setzen das fort, was wir bisher gemacht haben.“ Die Zahl der Abonnenten liegt momentan bei etwa 180.000. Zudem gingen etwa 100.000 Exemplare im freien Verkauf über den Ladentisch, wie Biard sagt: „Uns ist sehr bewusst, dass das immer noch enorm ist.“ Vor dem Attentat wurden 60.000 Hefte gedruckt. Die Auflage der ersten Ausgabe nach dem Anschlag lag bei fast acht Millionen Exemplaren. Weltweit solidarisierten sich damals Menschen mit der Zeitung und ihren Mitarbeitern.