Weimar

Kunstfest Weimar setzt sich mit „Mein Kampf“ auseinander

Weimar. Das Weimarer Kunstfest begibt sich von diesem Freitag an mit zwei Projekten zur NS-Zeit auf brisante Spurensuche. Das Berliner Theaterkollektiv Rimini Protokoll werde als erstes Kunstfest-Auftragswerk „Adolf Hitler: Mein Kampf, Band 1 & 2“ am 3. September uraufführen – nicht mit Schauspielern, sondern mit sechs „Experten des Alltags“, die ihre persönlichen Sichten zu dem Buch vortragen werden, sagte Festivalleiter Christian Holtzhauer. Die Kulturstiftung des Bundes unterstützt das Projekt nach eigenen Angaben mit 94.000 Euro.

Die Urheberrechte für Hitlers Hetzschrift erlöschen – 70 Jahre nach seinem Todesjahr – zum Jahresende. Der Freistaat Bayern hat bislang mit Verweis auf diese Rechte einen Nachdruck in Deutschland verhindert. Von 2016 an könnte das Werk hierzulande wieder publiziert werden. „Die Debatte, die wir führen müssen, lautet: Wie mit dem Mythos des Buches umgehen, in dem Hitler eine Art Handlungsanleitung für seine politische Weltanschauung gibt?“, meinte Holtzhauer.