Wien

ORF und Unitel wollen Klassik à la Netflix anbieten

Wien. Inspiriert durch den grenzübergreifenden Erfolg von Streaming-Plattformen wie Netflix will der ORF gemeinsam mit dem Klassik-Unternehmen Unitel eine kommerzielle Plattform mit Klassik-Angeboten auf den Markt bringen. Spätestens Anfang 2016 soll dieses Format mit einem 1500-Stunden-Programmangebot auf Sendung gehen. Geplant ist dabei neben einem 24-Stunden-Programm auch ein „Video on demand“-Angebot mit Mitschnitten von Opern und Konzerten. Dazu kommen Live-Übertragungen. Es solle aber auch reine Audioangebote geben, hieß es.

Der Monatspreis für Abonnenten soll etwa 20 Euro betragen, teilten ORF-Finanzdirektor Richard Grasl und Unitel-Chef Jan Mojto bei der Präsentation des Konzepts in Wien mit. Grasl sprach von „hohen vierstelligen, vielleicht fünfstelligen“ Abo-Zahlen in den ersten drei Jahren. Der italienische Unitel-Pay-TV-Kanal Classica habe 40.000 Kunden, ergänzte Mojto. Eine integrierte Plattform habe größere Chancen als die derzeitigen Einzelangebote von Institutionen. Man sei in guten Gesprächen mit praktisch allen großen Häusern in Österreich.

Bislang plane man für den deutschsprachigen Markt, der nächste Schritt wäre eine europaweite Verbreitung, hieß es weiter. Laut österreichischen Medien müssen die Kartellbehörden dem gleichberechtigten Deal von ORF und Unitel noch zustimmen. Beide Firmen realisieren seit langem gemeinsam Klassik-Produktionen.