Berlin

Wo Springer wächst und schrumpft

Der Medienkonzern verdient immer weniger Geld mit Journalismus

Berlin.  Der Medienkonzern Axel Springer verzeichnet sinkende Gesamtumsätze bei seinen Bezahlangeboten, zugleich aber einen leichten Anstieg bei den Digital-Abos von „Bild“ und „Welt“. Zum Ende des Monats Juni habe „Bild“ rund 282.000 bezahlte Abonnements registriert, bei der „Welt“ (Online) seien es 66.000 gewesen, teilte das Unternehmen am Dienstag bei der Vorstellung seiner Halbjahreszahlen mit. Im Frühjahr hatte das Unternehmen die Zahlen noch mit 253.000 für die „Bild“ und 58.000 für die Online-Ausgabe der „Welt“ beziffert.

Der Umsatz im Segment Bezahlangebote, das gedruckte und digitale Angebote beinhaltet, sank im ersten Halbjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 4,1 Prozent auf 728,9 Millionen Euro. Es bleibt damit das größte Segment im Konzern. Im Segment Vermarktungsangebote, das vor allem werbefinanzierte Internetangebote wie „aufeminin.com“ umfasst, wurden 428,1 Millionen Euro umgesetzt, 15,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Segment Rubrikenangebote, das unter anderem Stellen- und Immobilienanzeigen umfasst, stieg der Umsatz stark um 56,8 Prozent auf 355,3 Millionen Euro und sei nun nach Unternehmensangaben der wichtigste Wachstumstreiber.

Der gesamte Konzernumsatz stieg im ersten Halbjahr um 9,8 Prozent auf 1,58 Milliarden Euro. Mehr als 60 Prozent davon trugen die digitalen Aktivitäten bei. Der um Sondereffekte bereinigte Konzernüberschuss sank leicht auf 136,5 Millionen Euro. Der Ausbau der digitalen Abonnements zähle zu den strategischen Prioritäten von Axel Springer im laufenden Geschäftsjahr, hieß es. Auch die Nachrichtenplattform „Politico Europe“ sei gut gestartet. Das Projekt, das in Kooperation mit dem US-Angebot „Politico“ betrieben wird, habe im Juli eine Reichweite von mehr als 1,5 Millionen Visits verzeichnet.

Für das Geschäftsjahr 2015 erwartet der Vorstand einen Anstieg der Gesamterlöse im „niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich“. Der geplante Anstieg der Werbeerlöse solle dabei den Rückgang der Vertriebserlöse und der übrigen Erlöse „überkompensieren“, teilte Springer mit.