München/Hamburg

Reporter-Legende Hans Leyendecker denkt an Rückzug

München/Hamburg. Sollten all die Korrupten und Steuerhinterzieher, die Waffenschieber, Schmiergeldzahler und sonstigen Gauner schon den Sekt kalt gestellt haben, als sie von Hans Leyendeckers Rückzugsplänen hörten, muss sie Deutschlands bekanntester Investigativjournalist enttäuschen: Er glaube an die Qualität des Nachwuchses, sagte Leyendecker in einem Interview mit dem Branchendienst turi2.tv: „Wenn ich nicht mehr Ressortleiter bin, wird die Investigativabteilung der ,Süddeutschen‘ stärker sein als heute.“

Hans Leyendecker, 66, plant seinen Rückzug – jedenfalls als Ressortleiter – für das kommende Jahr. Ob er weiter als Autor tätig sein oder sich ganz auf die Großfamilie (er ist seit 43 Jahren verheiratet, hat fünf Kinder und acht Enkel) konzentrieren werde, ist noch offen. Leyendecker, der seine journalistische Laufbahn beim „Stader Tageblatt“ begann, war lange Jahre beim „Spiegel“ tätig und wechselte 1997 zur „Süddeutschen Zeitung“. Er hat zahlreiche Preise für seine Arbeit gewonnen, darunter den Wächterpreis der deutschen Tagespresse und den Henri-Nannen-Preis und ist Gründungsmitglied der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche.