NDR

Anders Hillborg Residenzkomponist bei „das neue werk“

Anders Hillborg, Composer in Residence bei  "das neue werk"

Anders Hillborg, Composer in Residence bei "das neue werk"

Foto: Marcelo Hernandez

Die Neue-Musik-Reihe des NDR erfährt in der nächsten Saison eine deutliche Aufwertung. Hellborgs Residenz beginnt im Herbst.

Hamburg.  Der Trend zum Residenzkünstler ist ungebrochen. Auch die Reihe „das neue werk“ des NDR rückt nun einen Musikschaffenden in den Mittelpunkt ihrer Saison: den Schweden Anders Hillborg, 61, der ein überaus facettenreiches Oeuvre und beachtliche Erfolge damit vorzuweisen hat. In der kommenden Spielzeit bietet der NDR gleich dreimal die Gelegenheit, Hillborgs spannende, ausgesprochen unhermetische Klangkunst zwischen Orchestralem, Kammermusik und Chorwerken kennenzulernen.

Hellborgs Residenz beginnt im Herbst mit der Aufführung von „Eleven Gates“ mit dem NDR Sinfonieorchester unter Esa-Pekka Salonen (15./18. Oktober) und setzt sich im Februar und März 2016 mit Konzerten einiger seiner Schlüsselwerke in exquisiter Besetzung fort – etwa mit den Geigerinnen Vilde Frang und Carolin Widmann sowie dem Dirigenten Sakari Oramo.

Doch der NDR wertet seine musikhistorisch überaus bedeutende Reihe nicht nur durch die Fokussierung auf einen Komponisten spürbar auf. Für einige seiner neun dramaturgisch ausgeklügelten Konzertblöcke geht „das neue werk“ Kooperationen mit anderen lokalen Playern ein und öffnet sich stärker gegenüber dem Musikleben der Stadt. So liefert das NDR Sinfonieorchester unter Matthias Pintscher das Eröffnungskonzert des Neue-Musik-Festivals „Greatest Hits“, es kommt zu einer Begegnung mit dem Bundesjugendballett, das eine Choreografie von Natalia Horecna zur Musik von Claude Vivier erarbeitet, und Konzerte finden auch auf Kampnagel bzw. im Resonanzraum statt.

Weitere Komponistenpersönlichkeiten der Neuen Musik, denen in der kommenden Saison die Aufmerksamkeit der Reihe gilt, sind Helmut Lachenmann, Dieter Schnebel und György Ligeti, dessen zehnter Todestag 2016 mit dem 50. Jahrestag seiner Werke „Aventures & Nouvelles Aventures“ zusammenfällt. Die „Nouvelles Aventures“ erlebten ihre Uraufführung 1966 bei „das neue werk“. Und ein Konzert widmet sich dem Schaffen des Vorkriegskomponisten Erwin Schulhoff.

Unter dem Namen „Toxic Tunes“ beginnt am 1. Dezember zudem eine neue Reihe im Resonanzraum, die „das „neue werk“ gemeinsam mit dem Ensemble Resonanz, der NDR Jazzredaktion und dem Hamburger Klangkünstler Felix Kubin kuratiert.