Hamburg

Partystimmung bei Manu Chao

4000 Fans feierten im Stadtpark den Mix aus Salsa, Reggae, Ska und politischen Botschaften

Hamburg. Er weiß, wie man eine Bühne rockt: Punkt 20 Uhr stürmt ­Manu Chao mit seiner fünfköpfigen Band auf die Bühne im Stadtpark und legt los. Zwei Stunden lang hält der 54 Jahre alte Sänger und Gitarrist das Energielevel so hoch, dass die 4000 Fans im seit Wochen ausverkauften Rund gehörig aus der Puste kommen. Es wird durchgetanzt, durchgeklatscht und gesungen – zumindest von denjenigen, die des Spanischen mächtig sind, und das sind an diesem Abend sehr ­viele.

Südamerikanisches und iberisches Temperament trifft auf die politischen Botschaften des baskischen Musikers, die er in seinen eingängigen Songs unterbringt. Der Wu-Tang Clan, der hier einen Abend zuvor bei einem ­mäßigen Konzert auf der Bühne stand, könnte sich von Chao und seiner Band eine Menge abschauen, denn die sechs Musiker machen alles, damit das Publikum Spaß hat. Bei herrlichem Wetter wird das Konzert zu einer fröhlichen Sommerparty. Die Ausgelassenheit erinnert an Gesänge in Fußballstadien.

Immer wieder sucht der frühere Sänger von Mano Negra den Kontakt zu den Fans, er schüttelt Hände, klatscht ab, holt Zuschauer aus den ersten Reihen auf den Bühnensteg und tanzt inmitten der begeisterten Meute – die Ordnungskräfte legen allerdings die Stirn in besorgte Falten. „Wie bekommen wir die Fans wieder von der Bühne hinunter?“, scheinen sie sich zu fragen. Aber auch das ist kein Problem, denn die Stimmung ist überaus friedlich und entspannt. Jeder will nur Spaß haben und feiern. Fast 30 Songs haben Manu Chao und seine Band im Programm, dar­unter den Megahit „Bongo Bong“, „Machine Gun“ aus Mano-Negra-Zeiten, „Radio Bemba“ und „Clandestino“, die Titelsongs seiner Erfolgsalben. Am liebsten würden die Fans diese mitreißende Combo überhaupt nicht mehr von der Bühne lassen, doch um 22 Uhr muss im Stadtpark wegen der Anwohner leider Schluss sein. Das tolle Konzert endet mit frenetischem Beifall und Verbrüderungsszenen zwischen Band und Publikum.

Als nächste Latin-Combo gastiert am 25. Juni die puerto-ricanische ­Reggaeton-Band Calle 13 im Stadtpark. Da kann die ausgelassene Party dann weitergehen.