Hamburg

Erst Sekt, dann Whisky: „Kampf der Künste“ feiert Poesie im Mojo

Hamburg.  „Kampf der Künste“ feierte am Freitagabend im Mojo Club seine ersten zehn Jahre Poetry-Slams in Hamburg. Michel Abdollahi, der sich auf seinem alten Sofa ein Sektglas nach dem anderen einschenkte und auch den Gästen mal ein Gläschen spendierte, moderierte, willkürlich ausgewählte Zuschauer konnten Punkte vergeben: Von 0,0 (miserabel) bis 10,0 (grandios).

Der 23-jährige David Friedrich erhielt für seine kritische Dichtung über den Mangel an „Realness“ der neuesten Lifestyletrends tosenden Applaus und von einem Jurymitglied zehn Punkte. Björn Högsdal las neben zwei kurzen Gedichten eine Skandinavienkrimi-Parodie. Bleu Broode trug seinen Text „Ich bin Kunst“ frei vor und nutzte die ganze Breite der Bühne für eine bewegungsreiche Performance. Im Finale ging es bei Broode um Hipster und Internet, Högsdal ließ gleich die gesamte Weltgeschichte Revue passieren. David Friedrich brachte das Publikum mit seinem derb-romantischen Liebesbrief an eine Mechthild zum Lachen und erntete den meisten Jubel. So gewann er dank Wortgewandtheit und gutem Flow trotz starker Konkurrenten verdient den Slam. Wie es bei Kampf der Künste Tradition ist, bekam der Gewinner eine Flasche Whisky überreicht, von der gleich auf der Bühne ein guter Schluck genommen wurde.